Massive Flutschäden gefährden das Fortbestehen des Dorfhausvereins aus Miel

Ein Verein steht vor dem Nichts

13.10.2021 - 08:27

Miel. Das Hochwasser vom 14. Juli 2021 hat auch das Dorfhaus Miel überflutet. An den Außenwänden des Hauses stand das Wasser ca. 90cm hoch und drang dann auch in das Haus ein. Als eine erste Besichtigung nach der Flut möglich war, zeigte sich der gesamte Boden im Haus mit Wasser und einem braunen schmierigen Schlamm bedeckt. Das Haus ist Eigentum der Gemeinde und der Verein ist der Pächter. Soviel dem Dorfhausverein Miel bekannt ist, besteht keine Elementarschadensversicherung für das Gebäude, auch der Verein ist nicht versichert. Nun steuert der Eigentümer die notwendigen Arbeiten zur Wiederherstellung. Der Vorstand des Vereins hat wenige Tage nach der Flut in Eigeninitiative und mit Unterstützung von ehemaligen Mietern, Nutzern und hilfsbereiten Menschen aus Bonn, Buschhoven, Heimerzheim und Meckenheim versucht, den Schaden zu begrenzen und den Schlamm und das Wasser aus dem Haus entfernt. Heute nun, fast drei Monate nach der Flut, blickt der Vorstand erschüttert auf das, was vom schönen Dorfhaus noch ist. Bedingt durch das eingedrungene Wasser musste zwischenzeitlich der Schwingboden mit Unterkonstruktion im 320qm großen Saal entfernt werden. Doch die nächste schlechte Nachricht ließ nicht lange auf sich warten. Alle Fliesenböden samt Estrich mussten auch aus dem Haus entfernt werden. Nun ist an einigen Stellen die Bitumensperrbahn, teilweise die bloße Erde sichtbar. Derzeit arbeitet immer noch eine Firma am Abbruch.


Zwischenzeitlich hat der Vorstand die Ortsvereine, die Material im Haus lagerten, gebeten dieses zu entfernen, da eine Gefahr durch Schimmel und Feuchtigkeit besteht. Nun versucht der Vorstand des Dorfhausvereins alles, um das Vereinseigentum einigermaßen sicher zu lagern. Der Schaden ist immens. Nicht nur der Schaden am Gebäude, sondern auch für das Dorfleben. So hat der Dorfhausverein über Jahre hinweg kostenlos das Haus für diverse Veranstaltungen zur Verfügung gestellt. Durch die rein ehrenamtliche Pflege und Vermietung des Hauses hatten so die Nutzer einen schönen modernen Platz zum Feiern mit einer durch den Verein erwirtschafteten zeitgemäßen Ausstattung. Auch konnte der Dorfhausverein Spielgeräte spenden, Bäume pflanzen und anderen finanzielle Unterstützung oder Hilfestellung geben. Leider wird, aus derzeitiger Sicht, eine Nutzung des Hauses in den nächsten 12 bis 24 Monaten nicht möglich sein.

Die Ausfälle durch Corona konnte der Verein, der gem. Vertrag mit der Gemeinde, für die Betriebskosten von ca. 5.500 Euro pro Jahr aufkommen muss, noch tragen. Dies war nur möglich, da der Verein in den vergangenen Jahren das Haus vernünftig bewirtschaftet hat und Rücklagen für Investitionen gebildet hatte.

Die Rücklagen sind nun fast aufgebraucht. Die normalen Betriebskosten z.B. für Versicherungen usw. laufen jedoch weiter und der Verein hat keine Einnahmen mehr. Es bleibt nun abzuwarten wie und ob diese Krise bewältigt werden kann. Der Dorfhausverein Miel bedauert sehr, dass sie ihren vielen zufriedenen Nutzern keine bessere Aussicht bieten können. Selbst jetzt haben sie immer wieder Anfragen von möglichen Mietern, die das bisher ehrenamtlich gepflegtes Haus selbst für 2022 oder 2023 reservieren wollen, so der Vorstand.

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Kommentare
Matthias Natterer:
Totholz belibt liegen und Bremmholz das in 33cm Scheite gelagert wird muss weg weil es Brücken zerstört? Genau mein Humor...Am besten gleich noch Parkverbot für Fahrzeuge aller Art im gesamten Flutgebiet. Grills ,müssen natürlich auch von der Terasse , genauso wie alle Gartenmöbel ect. Alre Falter das...
Karl-Heinz:
Welche Fachleute vom ADD haben diese Verordnung rausgegeben??? Die ohne Gehirn und Ahnung!! Waren die grossen Bäume auch Feuerholz!!...
Michael Krämer:
Als wenn Brennholz was in der Regel 33 cm lang an Brücken hängen bleibt Man sollte mal lieber das ganze umgefallene Stammholz und Sträucher die am Ufer liegen aufarbeiten und nicht die Schuld bei den privaten suchen !...
Gertie :
Aha wusste nicht dass dass Brennholz am Stück gelagert wird . Sorry es ist doch eher dass nicht wegräumen von Unterholz am wassernähe, 25 cm brennholzstücken können sich nicht so verkanten . Da sucht man wieder ein schuldige anstatt mal die Augen auf zu machen. Was macht man mit Autos,Containern ,Mülltonnen...
A.Hoffmann:
Ergreifende Bilder aber der Bildanzeige hätte man eine Funktion zum ausblenden hinzufügen müssen...
Klaus Rinke:
Sehr guter erster Schritt für die Betroffenen.Und der Vorschreiben oben ......nur Rummotzen sonst nichts?Anstatt das zu Unterstützen erstmal nieder machen.Lachhaft so etwas.Es wird etwas Gutes Geschaffen und nur das zählt....
J.Thul:
Ich kann dem G. Friedrich zustimmen , das sind mehr Fertig- Garagen als was zum wohnen ! Da könnte man sich mehr einfallen Lassen ! Da wird man wirklich depressiv drin ! Ist ok für Bauarbeiter auf Großbaustelle in Afrika , aber nicht für die Senioren im Ahrtal..........
Manfred Jackl:
Was soll bitte der Negative Kommentar Hr/Fr Friedrich? Waren sie schon vor Ort und haben Sie es in Augenschein genommen? Anstatt dieses Engagement zu würdigen, fällt Ihnen nichts besseres ein, als es mies zu machen! Ich freue mich für die Senioren, dass diesen eine solche Möglichkeit geboten wird....
 
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