Massive Flutschäden gefährden das Fortbestehen des Dorfhausvereins aus Miel

Ein Verein steht vor dem Nichts

 Ein Verein steht vor dem Nichts

Das Dorfhaus stand unter Wasser. Foto: Hans-J. Unger

 Ein Verein steht vor dem Nichts

Alle Fliesenböden samt Estrich mussten auch aus dem Haus entfernt werden. Foto: Hans-J. Unger

Miel. Das Hochwasser vom 14. Juli 2021 hat auch das Dorfhaus Miel überflutet. An den Außenwänden des Hauses stand das Wasser ca. 90cm hoch und drang dann auch in das Haus ein. Als eine erste Besichtigung nach der Flut möglich war, zeigte sich der gesamte Boden im Haus mit Wasser und einem braunen schmierigen Schlamm bedeckt. Das Haus ist Eigentum der Gemeinde und der Verein ist der Pächter. Soviel dem Dorfhausverein Miel bekannt ist, besteht keine Elementarschadensversicherung für das Gebäude, auch der Verein ist nicht versichert. Nun steuert der Eigentümer die notwendigen Arbeiten zur Wiederherstellung. Der Vorstand des Vereins hat wenige Tage nach der Flut in Eigeninitiative und mit Unterstützung von ehemaligen Mietern, Nutzern und hilfsbereiten Menschen aus Bonn, Buschhoven, Heimerzheim und Meckenheim versucht, den Schaden zu begrenzen und den Schlamm und das Wasser aus dem Haus entfernt. Heute nun, fast drei Monate nach der Flut, blickt der Vorstand erschüttert auf das, was vom schönen Dorfhaus noch ist. Bedingt durch das eingedrungene Wasser musste zwischenzeitlich der Schwingboden mit Unterkonstruktion im 320qm großen Saal entfernt werden. Doch die nächste schlechte Nachricht ließ nicht lange auf sich warten. Alle Fliesenböden samt Estrich mussten auch aus dem Haus entfernt werden. Nun ist an einigen Stellen die Bitumensperrbahn, teilweise die bloße Erde sichtbar. Derzeit arbeitet immer noch eine Firma am Abbruch.

Zwischenzeitlich hat der Vorstand die Ortsvereine, die Material im Haus lagerten, gebeten dieses zu entfernen, da eine Gefahr durch Schimmel und Feuchtigkeit besteht. Nun versucht der Vorstand des Dorfhausvereins alles, um das Vereinseigentum einigermaßen sicher zu lagern. Der Schaden ist immens. Nicht nur der Schaden am Gebäude, sondern auch für das Dorfleben. So hat der Dorfhausverein über Jahre hinweg kostenlos das Haus für diverse Veranstaltungen zur Verfügung gestellt. Durch die rein ehrenamtliche Pflege und Vermietung des Hauses hatten so die Nutzer einen schönen modernen Platz zum Feiern mit einer durch den Verein erwirtschafteten zeitgemäßen Ausstattung. Auch konnte der Dorfhausverein Spielgeräte spenden, Bäume pflanzen und anderen finanzielle Unterstützung oder Hilfestellung geben. Leider wird, aus derzeitiger Sicht, eine Nutzung des Hauses in den nächsten 12 bis 24 Monaten nicht möglich sein.

Die Ausfälle durch Corona konnte der Verein, der gem. Vertrag mit der Gemeinde, für die Betriebskosten von ca. 5.500 Euro pro Jahr aufkommen muss, noch tragen. Dies war nur möglich, da der Verein in den vergangenen Jahren das Haus vernünftig bewirtschaftet hat und Rücklagen für Investitionen gebildet hatte.

Die Rücklagen sind nun fast aufgebraucht. Die normalen Betriebskosten z.B. für Versicherungen usw. laufen jedoch weiter und der Verein hat keine Einnahmen mehr. Es bleibt nun abzuwarten wie und ob diese Krise bewältigt werden kann. Der Dorfhausverein Miel bedauert sehr, dass sie ihren vielen zufriedenen Nutzern keine bessere Aussicht bieten können. Selbst jetzt haben sie immer wieder Anfragen von möglichen Mietern, die das bisher ehrenamtlich gepflegtes Haus selbst für 2022 oder 2023 reservieren wollen, so der Vorstand.