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Eröffnung der Ausstellung „Asche oder Feuer“ in Maria Laach

Das Bauhaus bewahren und fortschreiben

Schau zeigt Werke in der Nachfolge der Keramiker Theodor Bogler und Otto Lindig

24.08.2019 - 14:00

Maria Laach. Pünktlich zum Klostermarkt am vergangenen Wochenende hatte die Keramikmanufaktur Maria Laach zu einer Fortsetzung der überaus erfolgreichen Ausstellung von 2018 über den Bauhaus-Keramiker und Laacher Mönch Pater Theodor Bogler (1897-1968) „Vom Bauhaus nach Maria Laach“ eingeladen. Während es sich bei der Schau 2018 um einen Rückblick handelte, richtet die neue Ausstellung unter dem Titel „Asche oder Feuer – Bauhauskeramiker und ihre Erben“ ihren Blick nach vorne.

Rund 150 geladene Gäste hatten bereits am 15. August die Möglichkeit, die von Bruder Stephan Oppermann und Katharina Brellochs besonders einfühlsam „komponierte“ Kunstschau in Augenschein zu nehmen und mit den ausstellenden Künstlern persönlich zu sprechen.

An der Klosterpforte wurden die Gäste zunächst von Prior-Administrator Pater Petrus Nowack mit einer ausführlichen Ansprache begrüßt („Wir feiern heute das Patrozinium, und am 15. August 1923 wurde die erste Bauhaus-Ausstellung im Haus am Horn eröffnet“). Zur allgemeinen Erheiterung trug sodann die Bauhaus-Marionette „Der kleine Bucklige“ bei. Diese ausdrucksstarke kleine Puppe führte die Gästeschar zunächst zum Ausstellungsort, der ehemaligen Schreinerei von Maria Laach, und war später der „Star“ einer amüsanten Performance nach Oskar Schlemmer mit Musik von Paul Hindemith in der Aula des Klosters. Hier spielte Christian Fuchs mit weiteren originalen Bauhaus-Marionetten das Stück „Die Abenteuer der kleinen Buckligen“.

Nach einer weiteren Ansprache von Kai-Michael Sprenger, Referent des Ministeriums für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur in Rheinland Pfalz („Das Bauhaus, eine Idee aus Deutschland, ist die weltweit wirkungsvollste und erfolgreichste kulturelle Errungenschaft des 20. Jahrhunderts“) berichtete die wissenschaftliche Mitarbeiterin des Bauhaus Museums Weimar, Dr. phil. Anke Blümm, über ihre ersten Begegnungen mit Bauhaus.

Geradezu erfrischend waren die anschließenden Atemübungen mit Katharina Brellochs, die auf der indischen Heilslehre „Maz daz Nan“ beruhen und von Johannes Itten, Begründer der Farbtypenlehre und Kunstmaler am Bauhaus Weimar, praktiziert wurden.

Der Hintergrund für den Ausstellungstitel „Asche oder Feuer“ ist eine Aussage von Gustav Mahler: „Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers.“ Hier liegt auch der Bezug zur Abtei Maria Laach, denn diese neue Ausstellung beschäftigt sich damit, was Nachfolger und Nachfahren aus und mit dem Erbe der beiden Bauhaus-Keramiker Theodor Bogler und Otto Lindig gemacht haben. Gezeigt werden zum einen, wie sich die Keramiker Christiane Bernstiel, die Tochter Otto Lindigs Tochter sowie die beiden Schwestern Maria Hokema und Ulrike Könecke, beide Enkelinnen von Otto Lindig, und Ulrikes Sohn Lutz Könecke heute diesem Erbe nähern.

Die Keramiken zeigen nachvollziehbare Verwandtschaft mit den Bogler- und Lindig-Formen, in Déjà-vus, aber auch in klaren Gegenpolen. Die gezeigten Objekte und Gefäße geben Antworten auf die Formensprache des Bauhauses, quasi wie im Zwiegespräch. Die Besucher erwartet eine spannende Schau unterschiedlichster Ansätze und Arbeitsweisen.

Selbstverständlich stehen auch die Werke der Laacher Keramikmanufaktur zur Besichtigung und zum Kauf bereit. Andrea Lange, in Meißen ausgebildete Porzellanmalerin, Gabriele Schönberger, Drehmeisterin, und Bruder Stephan Oppermann, kreativer Kopf der Laacher Manufaktur, stellen ihre aktuellen Arbeiten ebenfalls aus.

Begleitet wird die Ausstellung „Asche oder Feuer – Bauhauskeramiker und ihre Erben“ durch zusätzliche Veranstaltungen. Inspiriert durch die Mokka-Maschine Theodor Boglers findet am 25. Oktober und am 29. November in den Ausstellungsräumen je eine Kaffeeverkostung statt. Am 29. September 1919 aß man im Bauhaus das erste Mal vom eigenen Geschirr. Wie damals wird auch am 29. September von Bauhaus-Geschirr gegessen. Dabei werden unter anderem Gerichte nach der Ittenschen Farblehre serviert. Weitere Informationen werden noch bekannt gegeben. Übrigens lädt die von zahlreichen regionalen Unternehmen gesponserte Ausstellung explizit zum Erleben ein. Alles, was nicht hinter Glas geschützt steht, darf und soll angefasst und somit erlebt werden. So wird für die Besucher begreifbar und erfahrbar, wie unbewusst präsent das Bauhaus auch noch heute, nach 100 Jahren, im Alltag ist, sei es Farbenlehre oder Reduzierung auf das Wesentliche, den Bauhaus-typischen Minimalismus. FRE

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Kommentare

Keine neue Infektion mit dem Coronavirus

juergen mueller:
KEIN Grund für Euphorie!!! Das Problem ist nicht, dass sich jeder auf politisch gesteuertes Handeln und Entscheidungen verlässt, sondern, dass ihm selbst das eigene Denken abhandengekommen ist, bzw. genommen wird. Sich alleine auf politisches Denken zu verlassen, ist einer der größten Fehler der Menschheitsgeschichte, was wir allzugerne vergessen. Das Abhandenkommen selbstständiges Denken ist nach wie vor eine Aufgabe, die sich vermeintlich politisch Verantwortliche gestellt haben.Wer dem nicht nachkommt,wird diskretitiert, in`s Abseits gestellt, für nicht vollgenommen. Kein Einzelfall, wie man am Beispiel der Bürgerinitiative RÜBENACH sieht,die sich seit Jahrzehnten gegen eine übermäßige Verkehrsbelastung RÜBENACH u.eine Erweiterung des GVZ A61/A48 stemmt - mit kleinen Erfolgen,die m.E. überbewertet werden,Erfolge, die sich in den nächsten Jahren stadtpolitischer Wirtschaftsförderung zeigen werden.Die BI Rübenach wird dies wegen Überalterung,fehlendem Nachwuchs NICHT mehr erleben.
Jean Seligmann:
Am 17.03.2020 gab Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) das unrealistische Regierungsversprechen: "Kein Arbeitsplatz geht wegen Coronakrise verloren!"
Jean Seligmann:
Das zwanghafte und angestrengte Bemühen, die AfD zu diskreditieren, produziert Widerspruch und Lächerlichkeit am laufenden Band.
Siegfried Kowallek:
Beim Komplex AfD, Spenden und Geheimnistuerei denke ich eher an die verdeckten Zahlungen von rund 132.000 Euro an die AfD-Politikerin Alice Weidel, bei denen die Bundestagsverwaltung wegen möglicher Verstöße gegen das Parteiengesetz Sanktionen gegen diese Partei prüft. Es stehen Strafzahlungen in dreifacher Höhe der Spenden aus der Schweiz im Raum, also rund 396.000 Euro. Jetzt will aber die AfD-Fraktion im Neuwieder Stadtrat einen Teil ihrer Aufwandsentschädigungen für einen guten Zweck spenden, was auf jeden Fall sympathisch ist im Gegensatz zu einer verdeckten Entgegennahme großer Spenden von jemandem, der etwas zu verbergen hat. Der angekündigte Verzicht auf eine medienöffentliche Bekanntgabe von Empfängern dieser Spenden befremdet mich jedoch aus zwei Gründen. Zum einen wirkt das heimliche Spenden an gemeinnützige Vereine oder Organisationen dadurch vergleichbar anrüchig wie etwa ein heimlicher Bordellbesuch, den man auch nur dann selbst öffentlich macht, wenn man erfolgreicher Kommunalpolitiker in Ochtendung ist. Zum anderen überzeugt die Begründung nicht, in der Vergangenheit sei vielerorts Druck auf Organisationen ausgeübt worden, die von der AfD eine Spende angenommen hätten. Wäre das der Fall gewesen, hätte diese Partei das doch auf jeden Fall laut und heftig angeprangert. Dieses Liebäugeln mit einem Opfermodus erinnert an den bisherigen geheimnistuerischen Umgang der AfD mit ihren Freitagsveranstaltungen im Kreis, deren Veranstaltungsort man nur auf Nachfrage mitgeteilt bekam. Dabei weiß nicht nur ich, in welcher Neuwieder Gaststätte diese Veranstaltungen stattfanden. Zudem stand deren Name sogar in einem ausgewogenen Artikel über eine AfD-Freitagsveranstaltung. Und als ich die letzte Veranstaltung dieser Partei vor den Corona-Einschränkungen in Oberbieber zum Thema „Wald und Wild“ besuchte, sah ich dort keinen einzigen Gegendemonstranten, obwohl die Partei den Veranstaltungsort zuvor sogar hinreichend öffentlich bekanntgegeben hatte. Siegfried Kowallek, Neuwied
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