Kreativ durch Corona mit Jens Röser

Das eigene Messer für Outdoor-Profis

Benötigte Materialien: ein Stück Holz oder Geweih, Epoxidharz, Messerklinge

01.03.2021 - 11:10

Region. Der Westerwälder Künstler Jens Röser beschränkt seine Arbeit nicht auf eine Kunstrichtung, sondern setzt seine Ideen universell kreativ um. Von Malerei über Fotografie, Bildhauerei bis Kunsthandwerk – der von vielen auch als „Indianer des Westerwalds“ bezeichnete Allround-Künstler findet seine Werkstoffe und Inspirationen überall. „Kunst öffnet Herzen und verbindet Menschen“, erklärt Jens Röser seine Motivation, „Und grade jetzt brauchen wir ein bisschen „Herzensnahrung“, um durch diese schwierige Zeit zu kommen. Sich selbst kreativ auszuprobieren ist da für viele sicher eine positive und entspannende Beschäftigung.“ Gemeinsam mit BLICK aktuell stellt Jens Röser verschiedenste kreative Projekte vor – als Inspiration und zum Nachmachen zuhause.



Beginn in der Steinzeit


Einige seiner jüngsten Arbeiten haben einen ganz praktischen Nutzen: „Inspiriert durch unsere Vorfahren, die vor tausenden Jahren in Steinzeithöhlen lebten und jagten, versuchte ich erst aus Feuerstein durch Abschlagen, verschiedene Schneidewerkzeuge herzustellen – das ist schwieriger, als man glaubt,“ erzählt der Künstler, „Dennoch gelang es mir irgendwann, den ersten Faustkeil zu produzieren und Abschlagstücke, die sehr scharf sein können, als Schneidewerkzeug zu benutzen. Die nächste Stufe war jetzt, eine Steinklinge mit einen Holzgriff zu versehen. Die Steinklingen werden in ein gespaltetes Stück Holz geklebt und mit Sehne verbunden. „Geklebt?“, werden sich viele fragen. Ja, geklebt. Schon in der Steinzeit kannte man einen sehr guten Kleber aus Birkenpech. Auch der sicher vielen bekannte Ötzi verwendete zur Herstellung seiner Pfeile Birkenpech als Kleber“, erläutert Jens Röser den Hintergrund dieses Kunsthandwerks.

Was lag nach diesen Versuchen näher, als einmal zu versuchen, sich ein eigenes Messer zu bauen?


Messerklingen sind erhältlich


Da das Herstellen bzw. Schmieden einer Messerklinge einiges an Professionalität und Ausstattung erfordert – die meisten werden zuhause weder Schmiedefeuer noch Amboss herumstehen haben – ist es sinnvoll, die Klinge bei einem professionellen Messerschmied oder –Händler zu bestellen. Im Internet gibt es dafür viele Anbieter, bei denen man unter den verschiedensten Formen, Größen und Stahlsorten wählen kann. Die Herstellung eines eigenen Griffs, der dem Messer eine unverwechselbare und persönliche Note verleiht, ist allerdings problemlos mit dem passenden Material und ein bisschen handwerklichen Geschick für jedermann möglich.

Als Griffmaterial ist zum Beispiel Rothirschgeweih geeignet, hier könnte man einmal den Förster oder einen bekannten Jäger fragen. Wer kein Geweihstück besorgen kann, oder mit dem Material nicht arbeiten mag, kann sich auch für harte Obsthölzer wie beispielsweise Pflaume entscheiden. Sie sind auch sehr gut geeignet. Das gewählte Stück Geweih oder Holz sollte proportional zu der Klinge passen, sodass sich am Ende ein harmonisches Gesamtbild ergibt. Zum groben Schleifen der Form kann man, wenn vorhanden, ganz einfach eine Flex bzw. einen Winkelschleifer verwenden. Oder man investiert ein wenig mehr Zeit und schleift es mit der Hand in die gewünschte Form - alle nötigen Materialien kann man im Baumarkt oder im Internet bestellen.

Die Klinge sollte eine Steckangel besitzen, damit nicht aufwendig zwei Griffschalen hergestellt und aufgenietet werden müssen, sondern die Angel in den Griff eingelassen werden kann. Dafür wird ein Loch in Angelstärke in den Griff eingebohrt. Vielleicht muss mehrfach nachgebohrt werden, bis die Klinge genau mit dem Griffmaterial abschließt. Jetzt kann der Griff in einen Schraubstock eingespannt oder anders so fixiert werden, dass die Klinge von oben eingeführt werden kann. In das Loch wird Epoxidharz gegossen, das aus zwei Komponenten angerührt wird. Bei der Verwendung eines Stücks Rothirschgeweihs sollte die Unterseite des Griffs vorübergehend mit Holzkitt verschlossen werden, da das Kunstharz sonst durch die Kapillaren wieder an der Unterseite austritt. Nach ca. 20 Minuten härtet das Epoxidharz aus und die Klinge sitzt fest im Griff.

Jetzt kann mit der Feinarbeit und der Gestaltung des Griffes begonnen werden. Je nach Geschmack und Geschick kann der Griff aufwendig geschnitzt werden, oder auch ganz puristisch in seiner Rohform belassen werden. Zum Schluss wird mit Schleifpapier und/oder Stahlwolle der Griff noch einmal geglättet. Pflaumenholz kann man gut ölen und damit die rote Farbe noch beeindruckender heraus kommen lassen. Der Griff muss allerdings nicht lackiert werden, grade bei mit Stahlwolle fein polierter Oberfläche wird man feststellen das die Oberfläche immer glänzender wird je mehr sie zwischen den Fingern gerieben wird.

Beispiele und Ideen für selbst gebaute Messergriffe finden sich auf der Homepage des Künstlers www.Jens-Röser.de. Wer noch ein wenig Rat und Hilfestellung bei seinem ersten Projekt benötigt, kann gern als Einzelperson caronagerecht bei Jens Röser vorbei kommen und sich Tipps holen.

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Kommentare
juergen mueller:
Ja, nicht nur in bekannten Problemvierteln sondern auch in Rübenach lodert es. Wer, was sich von einer solchen Aktion was verspricht (oder nicht), wird es wohl selbst nicht wissen. Man kann nur spekulieren, wen und was denjenigen zu einem solchen Vorgehen antreibt. Registriert man, was sich an Jugend...
S. E. K. :
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