Die NABU-Regionalstelle Rhein-Westerwald informiert

Ein Appell an Gemeinden, Landwirte und Straßenmeistereien

Wegränder und Feldraine erst im Oktober mähen, hilft bedrohten Insekten und anderen Tierarten

Ein Appell an Gemeinden,
Landwirte und Straßenmeistereien

Blütenreiche Wegränder und Feldraine. Foto: Markus Duchscherer

26.10.2020 - 11:55

Hundsangen. In den letzten Jahren wurde immer wieder über das Insektensterben und den Rückgang der Feld- und Wiesenvögel berichtet. So hat sich die Zahl brütender Kiebitze in Deutschland seit den 1990er Jahren auf ein Viertel reduziert und die Anzahl der Rebhühner ist seit den 1970ern auf einen Bruchteil des ursprünglichen Bestandes geschrumpft. Zudem zeigte im Jahr 2017 eine Studie, dass in den letzten 27 Jahren die Biomasse der Fluginsekten in Schutzgebieten Nordwestdeutschlands um über 75 Prozent zurückgegangen ist.

Jedoch sind Insekten, insbesondere Bienen, auch enorm wichtig für die Befruchtung von Feldpflanzen und damit auch für die Erträge auf den Feldern und bei den Obstgewächsen von großer Bedeutung. Aus diesen Gründen werden Blühflächen in Form von artenreichen Wiesen, aber auch Feldrainen und Wegrändern immer wichtiger. Werden sie erst später, also in der Zeit zwischen Oktober und Februar gemäht, dann bieten sie vielen blütenreichen Wildblumen, blütenbesuchenden Insektenarten, verschiedenen Vogelarten und dem Niederwild, wie bspw. dem Feldhasen, ein bedeutsames Nahrungshabitat und Rückzugsraum. Besonders günstig wirkt es sich aus, wenn die Flächen nur alle zwei Jahre durch eine Mahd gepflegt werden. Denn viele Insekten überwintern in den abgestorbenen Pflanzenstängeln. Außerdem können stehen gelassene Wegränder und Feldraine auch der Vernetzung noch existierender größerer Blühflächen dienen. Gerade wenn die Landschaft nach der Ernte weitestgehend ausgeräumt ist, bieten blühende oder auch verblühte Wegränder eine letzte Struktur im Feld und verhindern Bodenerosionen.

Da ist es erfreulich, wenn Gemeinden, Straßenmeistereien und Landwirte die Wegränder und Feldraine erst später im Sommer mähen. So zum Teil geschehen in der VG Wallmerod. Es ist zu vermuten, dass verschiedene Schmetterlinge, Wildbienen und Heuschrecken und auch Vogelarten wie Neuntöter, Goldammer und Feldlerche von den stehen gelassenen Pflanzen profitiert haben.

Ein weiterer Vorteil, der seltener und später durchgeführten Mahd von Wegrändern und Feldrainen ist, dass sich so zum einen natürliche Blühflachen mit einer von Natur aus entstehenden Artenzusammensetzung entwickeln. Zum anderen sparen Gemeinden, Straßenmeistereien und Landwirte finanzielle Mittel, die für die Pflege sonst eingesetzt werden müssten. Außerdem wird auch das Klima durch die sparsame Nutzung der Mähfahrzeuge geschont. Die Gemeinde Hundsangen hat sich aus diesen Gründen dazu entschieden, die Wegränder in der Zeit zwischen März und September künftig nicht mehr zu mähen. Auch die Gemeinde Dornburg mit ihren fünf Ortsgemeinden hat sich in ähnlicher Weise dazu entschieden. Es wäre schön, wenn sich viele andere Gemeinden, Landwirte und Straßenmeistereien diesen guten Beispielen anschließen.

Pressemitteilung

NABU Gruppe Hundsangen

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Kommentare
Karsten Kocher:
Mit den hauptamtlichen Abgeordneten Bleck, Münzenmaier und Lohr, Leuten ohne Berufs- oder Studienabschluß, verhöhnt die AfD Rheinland-Pfalz gerade zu die politische Einstellung "Konservativ"....
Stefan Knoll:
Es ist ja bei der AfD Rheinland-Pfalz nicht nur Andreas Bleck, der ohne Berufs- bzw. Studienabschluß in Bundestag oder Landtag geschickt wird. Auf Platz eins der AfD-Landesliste für den Bundestag ist Sebastian Münzenmaier, der auch weder Berufs- noch Studienabschluß hat. Dazu wurde Münzenmaier im Dezember...
Antje Schulz:
Schlimm, daß die Mitglieder der AfD solche Leute ohne jeglichen Ausbildungs-oder Studienabschluß wie Bleck ganz nach oben auf ihrer Landesliste wählen. Erschreckend sind auch die Bildungslücken von Bleck. So feierte Bleck in einem Posting auf seiner Facebook-Seite im Herbst 2019 doch allen Ernstes "30...
Gabriele Friedrich:
@Frau Nachtsheim. **Bad Ems !!! Ob nun eine Abfahrt gesperrt wird oder nicht, entscheidet die Polizei. Sie wissen ja gar nicht, ob die frei gehalten wurde- um eventuell größere Fahrzeuge dort zu verbringen oder sonst etwas. Dann haben Sie einen Umweg fahren müssen. Na und ? Es gibt weitaus schlimmere...
Dagmar Nachtsheim:
Man hätte aber die Abfahrt bad ems frei lassen können, so eine lange Absperrung war unnötig...
Gabriele Friedrich:
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Gabriele Friedrich:
[ Zitat] Der verlängerte Teil-Lockdown in Deutschland wird nach Auffassung der „Wirtschaftsweisen“ Veronika Grimm kaum gravierende Auswirkungen auf die Wirtschaftskraft in der Bundesrepublik haben. Die hauptsächlich betroffenen Branchen wie Gastronomie, die Kulturszene oder die Verkehrsbranche hätten...
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