Neue Bundesregierung ändert Auftrag der DB Netz AG

Fährt die Eifelquerbahn bereits im kommenden Jahr?

Fährt die Eifelquerbahn bereits im kommenden Jahr?

Foto: Eifelquerbahn e. V.

27.11.2021 - 10:15

Region. Auf 177 Seiten stellen SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP ihre Pläne für die Regierungsarbeit der kommenden vier Jahre auf Bundesebene vor. Für eine erste große Überraschung dürfte hierbei die Verteilung der Ministerien gesorgt haben. So stellen nicht die Grünen, sondern die FDP den künftigen Bundesverkehrsminister. Mit Volker Wissing hat die FDP einen in Rheinland-Pfalz wohlbekannten Kandidaten für das Amt des Bundesverkehrsministers nominiert, war er doch bis Mai 2021 Verkehrsminister der rheinland-pfälzischen Ampelkoalition.


Im Verkehrsbereich setzt die neue Bundesregierung klare Akzente. So will man erstmals deutlich mehr Geld in die Schiene als in die Straße investieren. Aus Sicht der drei Partner muss die Bahn in ganz Deutschland zum Rückgrat der Mobilität werden – auch im ländlichen Raum. Hierzu passt das klare Bekenntnis zur Reaktivierung stillgelegter Strecken.

Ein Großteil des deutschen Streckennetzes befindet sich im Besitz der DB Netz AG, welche damit in den Jahren 2017 bis 2019 einen durchschnittlichen Gewinn von 433 Mio. /Jahr eingefahren hat. Bisher ist die DB Netz AG dazu verpflichtet, ihren kompletten Gewinn an die Konzernmutter abzuführen, daher hatte diese ein natürliches Interesse daran, die Kosten möglichst niedrig zu halten und andererseits einen großen Gewinn zu erwirtschaften. Daher wurden ungenutzte Strecken von der DB Netz AG als verlustbringender Ballast betrachtet und stillgelegt, vernachlässigt oder verkauft. Dies will die neue Bundesregierung nun ändern und die beiden Unternehmen DB Netz und DB Station und Service zu einer neuen gemeinwohlorientierten Infrastruktursparte innerhalb der Deutschen Bahn AG zusammenlegen.

„Mit Schieneninfrastruktur lässt sich gutes Geld verdienen, und endlich sollen diese Einnahmen wieder komplett ins Schienennetz zurückfließen“, freut sich Valentin Michels, stellvertretender Vorsitzender des Eifelquerbahn-Vereins. „Hätte es diese Regelung schon vor 10 Jahren gegeben, sähe das Mobilitätsangebot in der Vulkaneifel heute ganz anders aus. Selbst bei den für eine Reaktivierung der Eifelquerbahn überzogen hoch geschätzten Kosten von damals 40 Mio. hätte man 2012 fünf Strecken von der Länge der Eifelquerbahn reaktivieren können, hat die DB Netz AG doch 2012 einen Gewinn von knapp 200 Mio. eingefahren“, so Michels weiter.

„Unter den neuen Rahmenbedingungen gilt es daher, nochmals über die bisherige Ablehnung der DB Netz AG zur kurzfristigen Reaktivierung der Eifelquerbahn zu reden. Wir sind daher sehr auf die Antwort des DB Netz-Vorstandsvorsitzenden Frank Sennhenn auf unseren offenen Brief vom 15. November gespannt“, so der Vorsitzende des Eifelquerbahn-Vereins, Jens Wießner. „Es geht jetzt darum, die Strecke in einem ersten Schritt so weit instand zu setzen, dass der betriebsfähige Status von 2012 wieder hergestellt wird. Dann könnten bereits im kommenden Jahr wieder Züge zwischen Kaisersesch und Gerolstein verkehren“, so Wießner weiter. Immerhin wurde die Strecke jüngst aufwändig freigeschnitten und nutzbar gemacht, so dass eine Reaktivierung für einen Vorlaufbetrieb umso einfacher zu realisieren wäre.

Parallel dazu gilt es die bereits vor anderthalb Jahren beschlossene Machbarkeitsstudie mit dem nötigen Nachdruck voranzutreiben, um schnellstmöglich Klarheit über die weiteren Schritte hin zu einer vollwertigen SPNV-Reaktivierung der Eifelquerbahn zu erhalten.

„Wir haben jetzt die Chance die Weichen für die Aufnahme eines Vorlaufbetriebs auf der Eifelquerbahn zu stellen. Nach Gesprächen mit Vertretern des Landkreis Vulkaneifel und des Landes Rheinland-Pfalz wollen wir nun schnellstmöglich den Kontakt zum neuen Bundesverkehrsminister aufnehmen“, so Michels.

Pressemitteilung Eifelquerbahn e. V.

Artikel bewerten

rating rating rating rating rating
Weitere Berichte

Unwetterwarnungen für große Teile der Region

DWD warnt vor schweren Gewittern am Montag

Region. Etwa ab dem Mittag ziehen am Montag, 23. Mai von Südwesten teils kräftige Gewitter auf. Dabei muss im Rhein-Sieg-Kreis, Westerwaldkreis, Kreis Mayen-Koblenz, Kreis Neuwied, Kreis Ahrweiler, Rhein-Lahn-Kreis, sowie der Stadt Koblenz im Zeitraum zwischen 12 und 22 Uhr mit Starkregen zwischen 20 und 35 l/qm in kurzer Zeit gerechnet werden. Weitere Begleiterscheinungen sind größerer Hagel um 3 cm sowie schwere Sturmböen bis orkanartige Böen zwischen 95 und 110 km/h. mehr...

Transporter liefert sich Verfolgungsjagd mit der Polizei

Westerburg. Am Sonntag, 22. Mai, gegen 01:30 Uhr, sollte ein Mercedes Sprinter in Westerburg einer Kontrolle unterzogen werden. Dabei missachtete der Fahrzeugführer die Anhaltesignale und versuchte sich durch Flucht der Kontrolle zu entziehen. Die Verfolgungsfahrt führte von Westerburg über die Umgehungsstraße bis nach Gemünden. Der Fahrzeugführer verließ in Gemünden das Fahrzeug und versuchte sich fußläufig zu entfernen. mehr...

Bad Hönningen: Reflektoren an L 257 mutwillig beschädigt

Bad Hönningen. In der Nacht zum Mittwoch, 18. Mai, wurden entlang der L 257 auf der gesamten Strecke von unbekannten Tätern die Wildwechselreflektoren an den Leitpfosten beschädigt. Über einen Zeugenhinweis ergibt sich ein Verdacht gegenüber einem bislang unbekannten älteren Mann, der am Dienstagabend auf der L 257 gesehen wurde, wie er sich an Leitpfosten zu schaffen machte. Nach Auskunft der Jagdausübungsberechtigten entstand ein Schaden von ca. mehr...

 
Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.
Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag erstellen zu können.
LESETIPPS
GelesenNeueste
aktuelle Beilagen
Inhalt kann nicht geladen werden

 

Firma eintragen und Reichweite erhöhen!
Kommentare

Tempo 30 für Andernach?

Katie:
Aufgrund des desolaten Zustandes sämtlicher Straßen im Innenstadtbereich kann man sowieso vielerorts keine 50 km/h fahren, weil man sich dann sein Fahrzeug auf Dauer "zerschießt". Ich als mitten in der Stadt lebende Anwohnerin hoffe seit über 25 Jahren (!!!), dass hier mal was passiert und zum Beispiel...
juergen mueller:
Ist immer wieder eine Freude zu lesen, mit welchem Einfallsreichtum man sich mit dem Ausschmücken der deutschen Sprache bedient, anstatt ein Problem einfach, kurz u. bündig, auf den Punkt zu bringen. Nadeln im Heuhaufen. Darauf muss man erst einmal kommen. Da werden sich diejenigen aber freuen, deren...
Hans-Joachim Schneider:
Es ist schön, dass Optimismus im Ahrtal wieder Platz hat. Das ist wohl die wichtige Botschaft dieses Artikels. Die genannten Ideen sind ja alle nicht neu, sondern waren auch schon vor der Flut in den Köpfen derer, denen das Ahrtal und seine touristische Zukunft am Herzen liegt. Allerdings sind Hängeseilbrücken...
Service