Ahrweiler feiert Schützenfest so emotional wie lange nicht mehr - Christoph Eudenbach ist König der Junggesellenschützen

Jürgen Schmitz ist der neue König

13.06.2022 - 09:47

Ahrweiler. Was für ein „Comeback“! Nach Corona-Unterbrechung und Flutkatstrophe konnten in Ahrweiler endlich wieder die althergebrachten Schützenfest-Feierlichkeiten zelebriert werden. Wohl selten – so viel lässt sich vorwegnehmen – war ein Schützenfest so emotional, wie in diesem Jahr. An gewohnter Stelle, nämlich in der heiß-pulsierenden, von Fels und Wald umgebenen „Quarzkaul“ ermittelten die Junggesellen-Schützengesellschaft „St. Laurentius“ und die St. Sebastianus Bürgerschützen-Gesellschaft ihre Schützenkönige. Ein Nachmittag, der seit jeher enorme Spannung, aber auch geselliges Beisammensein und gelebte Tradition miteinander verbindet. Die Bewirtung lag diesmal in den bewährten Händen der Walporzheimer Junggesellen, so dass es an Stärkungen jeglicher Art keinen Mangel gab. Um das ganze abzurunden, spielte auch das Wetter in Form von Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen mit.


„Für mich ist ein Traumin Erfüllung gegangen“


Der Nachmittag stand dann ganz im Zeichen des dramatischen Königsvogelschießens. Um 16.42 Uhr brandete erstmals lautstarker Jubel auf. Nach dem 41. Schuss war der Vogel der Bürgerschützen von der Stange gefallen und wenige Augenblicke später zeigte sich der neue Bürgerschützenkönig Jürgen Schmitz der applaudierenden Menge. Erster Gratulant im Festzelt war Hauptmann Jürgen Knieps, bevor die scheidende Majestät Peter Diewald Zepter und Königskette an Jürgen Schmitz überreichte, exakt 60 Jahre nachdem Großvater Franz Schmitz ebenfalls die Bürgerkönigswürde errungen hatte – seinerzeit noch im Ahrstadion. „Schon lange habe ich auf diesen Moment hin gefiebert. Ich bin froh und stolz, jetzt hier stehen zu dürfen. Für einen Ahrweiler Jungen gibt es nichts Schöneres. Es ist mir eine ganz besondere Ehre, nach diesem besonderen Jahr nach der Flut und Corona für die nächsten drei Jahre die Königswürde tragen zu dürfen. Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen, den ich schon seit vielen Jahren träume“, so der überglückliche, neue König der Bürgerschützen, der für drei Jahre regieren wird.


Entscheidungnach dem 103. Schuss


Um die Königswürde der Junggesellen-Schützen rangen mit André Assenmacher und Christoph Eudenbach gleich zwei Kandidaten, die sich ein langes und spannendes Duell lieferten. Erst um 18.16 Uhr und nach dem 103. Schuss gab der hölzerne Greif seinen hartnäckigen Widerstand auf und Christoph Eudenbach durfte sich als neuer Junggesellen Schützenkönig feiern lassen. Aus den Händen seines Vorgängers Marc Schorn erhielt die neue Majestät Königskette und Zepter, nachdem Hauptmann Raphael Mausberg die herzlichsten Glückwünsche ausgesprochen hatte. Mit den emotionalen Höhepunkten war es damit noch nicht vorbei –im Gegenteil. Sichtlich berührt zogen beide Könige anschließend zu den Klängen von „Tochter Zion“ durch das Ahrtor in die Stadt ein. Dabei waren sich alle Beobachter einig – so viele Menschen und Gratulanten wie diesmal hatten schon lange nicht mehr die Ahrhut umsäumt, wie zu diesem Königsempfang. Es war also angerichtet für eine lange Nacht, denn der traditionelle Trinkzug wartete schon auf die Schützen.


Der neue Bürgerschützenkönig – Jürgen Schmitz


Der neue Bürgerschützenkönig und dessen Familie waren und sind eng mit Ahrweiler verbunden. So kamen mit Emil Schmitz (Bruder des Großvaters, Junggesellenschützenkönig 1922), Großvater Franz Schmitz (Bürgerschützenkönig 1962 – 1965), Onkel Ludwig Jakobs (Junggesellenschützenkönig 1950 und Bürgerschützenkönig 1968 – 1971), Cousin Günter Jakobs (Aloisius-Schützenkönig 1969) sowie Cousin Wolfgang Jakobs (Junggesellenschützenkönig 1978) bislang schon fünf Familienmitglieder zu Königswürden. Jürgen Schmitz ist seit 1975 im Ahrweiler Schützenwesen aktiv – bis 1977 als Trommler, dann 1978/79 als Tambourmajor der Aloisius-Jugend. Es folgten elf Jahre bei den Junggesellen-Schützen als Trommler (1980 – 1985) und Tambourmajor (1986 – 1991). Seit 1992 gehört er den Bürgerschützen an, war von 1992 bis 2004 Trommler und ist seit 2005 Tambourmajor. Geboren am 30. Mai 1965, erlernte Jürgen Schmitz den Beruf des Bäckers und den des Konditors und legte 1990 erfolgreich die Meisterprüfung im Bäckerhandwerk ab. 1992 übernahm er die damalige Bäckerei Sonntag und entwickelte mit der Bäckerei-und Konditorei Jürgen Schmitz einen Betrieb, dessen handwerklich hergestellte Produkte nicht nur in Ahrweiler, sondern weit darüber hinaus sehr beliebt sind. Ein Beleg hierfür sind auch die erfolgreichen Filialen in Bachem und Ramersbach.


Ein Traum geht in Erfüllung


Seit 1991 mit Ehefrau Petra verheiratet, bringen sich auch die beiden Kinder Irena und Jan-Philipp aktiv in Ahrweiler ein. Irena war 2016 Burgundia und engagiert sich seit langem in der Ahrweiler Karnevalsgesellschaft sowie in der Kaju-Lau, Jan-Philipp unter anderem im Tambourcorps. Aus seiner Leidenschaft für die Schützen hat der überaus engagierte Jürgen Schmitz nie einen Hehl gemacht. Durch seinen musikalischen Einsatz hat er aus dem Bürger-Tambourcorps einen hervorragenden Klangkörper geformt, der in den letzten Jahren nicht nur an Schützenfest begeisterte, sondern auch mit seinen Benefizkonzerten erhebliche Spendensummen einspielte. Auch wenn ihre Bäckerei in der Niederhutstraße schwer von der Flut getroffen war, haben sich der Bäckermeister und seine Familie nicht unterkriegen lassen und die Bäckerei samt Ladenlokal inzwischen wiedereröffnet.

Der neue Junggesellen-Schützenkönig – Christoph Eudenbach

Christoph Eudenbach ist 26 Jahre alt und sowohl gelernter Winzer als auch Bachelor in Weinbau und Oenologie. Derzeit macht er in eben jenen Fachgebieten seinen Master. 2015 war er Zugführer der Ahrhut, 2016 deren Vereinsvertreter. Von 2017 bis 2022 bekleidete er das Amt des Fähnrichs. Als Schultes, zweiter Vorsitzender und Beisitzer war Christoph Eudenbach auf weiteren Vorstandsposten aktiv.

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Franz-Josef Dehenn:
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juergen mueller:
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aus Oberwinter:
Die von "näher dran" wissen, was da so seit Jahren und Jahrzehnten so (schief) gelaufen ist. Mit Corona hat das nicht viel zu tun. Die Berichterstattung wird oberflächlich gehalten um gewissen Personen nicht zu nahe zu treten. Diese Katastrophe war vorauszusehen - aber nicht abwendbar....
K. Schmidt:
Warum wird in dem Bericht so oft auf Corona hingewiesen? Oberwinter hat über 3.700 Einwohner, plus Potential aus den Nachbarorten. Wenn dann ein Verein dort nur 15 Mitglieder hat, hat das mit Corona doch nix zu tun. Es gibt Traditionsvereine, die zeitgemäß fortbestehen können. Schützenvereine gehören...
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