Der Wolf ist in den Kreis Ahrweiler zurückgekehrt

Kreisjägerschaft: „Wir müssen uns auf Konflikte einstellen“

01.03.2021 - 13:25

Kreis Ahrweiler. Der Wolf ist in den Kreis Ahrweiler zurückgekehrt. Ralf Schmidt, 1. Vorsitzender der Kreisjägerschaft Ahrweiler, berichtete vergangene Woche, dass ein oder mehrere Tiere am 18. Februar bei Remagen vier Schafe gerissen haben. Eine Genanalyse bestätigte die Vermutung. Unklar ist bisher, ob es sich um ein Einzeltier handelt. „Es könnte sich um einen durchziehenden Rüden handelt, der bald wieder verschwindet und über die Grafschaft oder den Kottenforst abzieht“, so Schmidt. Ein längerer Aufenthalt des Tieres in der Region sei ebenfalls möglich. Als problematisch wird die Nähe der Vorfälle zur Wohnbebauung beschrieben. Zuständig ist nun die Untere Jagdbehörde der Kreisverwaltung Ahrweiler. Auch in der Verbandsgemeinde Adenau kam es bereits am 16. Februar zu einem vergleichbaren Vorfall. Dort riss ein Wolf acht Schafe und verletzte drei weitere. Außerdem werden vier Lämmer vermisst. Dies berichtet das Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten. Da die beiden Orte nur rund 40 Kilometer entfernt liegen, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es sich um denselben Wolf handelt, der nun auch in Remagen Schafe gerissen hat, so die Behörde in einer Presseveröffentlichung vom 26. Februar.


An der Rückkehr des Wolfes scheiden sich die Geister: Ist die Präsenz des Wolfes bedrohlich oder ein Segen? Im Interview mit BLICK aktuell schildert der 1. Vorsitzende der Kreisjägerschaft.

BLICK aktuell: Der Wolf ist wieder da: Ist das grundsätzlich ein gutes Zeichen für eine funktionierende Natur?

Ralf Schmidt: Eine „funktionierende“ Natur gibt es schon lange nicht mehr. Wir leben in einer von Menschen für Menschen geschaffenen Kulturlandschaft. Die Rückkehr des Wolfes bedeutet zunächst, dass die Zahl der Individuen in Deutschland stetig ansteigt und einzelne Exemplare neue Reviere suchen.

BLICK aktuell: Welche Bedeutung hat der Wolf für die Sicherheit von Mensch und Tier und wie können sich Landwirte schützen?

Ralf Schmidt: Wölfe sind eher scheue Tiere. Direkte Konflikte mit Menschen sind eher selten. Nutz- und Haustiere wie Hunde sind als Konkurrenten oder als Beute eher betroffen.

BLICK aktuell: Wie würden Sie das weitere Verhalten einschätzen? Zieht der Wolf weiter oder bleibt er hier?

Schmidt: Wie es weiter geht kann man nicht voraussagen. Ob Wolf/Wölfe in unserer Umgebung bleiben hängt von zu vielen Faktoren ab.

BLICK aktuell: Ist der Wolf eine Bereicherung für die heimische Fauna oder eher eine Bedrohung?

Schmidt: In einer reinen Naturlandschaft ist der Wolf immer eine Bereicherung für das Ökosystem. In der schon beschriebenen Kulturlandschaft müssen wir uns auf genannte Konflikte einstellen.

BLICK aktuell: Was sind die weiteren Schritte? Wie geht man nun mit der Situation um?

Schmidt: Da es sich beim Wolf um eine streng geschützte Art handelt die nicht dem Jagdrecht unterliegt, müssen nun die zuständigen Behörden und die Politik alles Weitere regeln.


Weitere Informationen:


Betroffene Nutztierhalter können bei der SnU (Stiftung Natur & Umwelt) Herdenschutzzäune ausleihen und sich bei Rissen über die Wolfshotline 06306 – 911199 oder per Mail an wolf@snu.rlp.de an die SNU wenden, die auch die Anträge auf Entschädigung entgegennimmt. Sobald Wölfe genetisch oder anhand einer Foto- oder Videoaufnahme bestätigt wurden, werden die Nachweise online veröffentlicht unter: snu.rlp.de/de/projekte/woelfe/verbreitung-recht/wolfsnachweise-rlp/

ROB

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juergen mueller:
Ja, nicht nur in bekannten Problemvierteln sondern auch in Rübenach lodert es. Wer, was sich von einer solchen Aktion was verspricht (oder nicht), wird es wohl selbst nicht wissen. Man kann nur spekulieren, wen und was denjenigen zu einem solchen Vorgehen antreibt. Registriert man, was sich an Jugend...
S. E. K. :
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