Virtuelle Wanderung mit dem Musikverein Löf und Roberto Capitoni

Mit Pantoffeln von Koblenz an die Untermosel

10.05.2021 - 14:54

Löf. „Was haben sie diesmal ausgeheckt?“ Der Slogan „Einfach Mosel“ verbarg und ließ nicht ahnen, dass das was dahinter steckte wieder einmal „einfach genial“ war. Denn der Musikverein Löf lässt sich auch nicht von Corona abhalten, seinen treuen Musikfans einen wunderschönen Abend zu bereiten. Und diese nahmen zahlreich – aus nah und fern – die Einladung zur virtuellen Wanderung von Koblenz an die Untermosel an, wohl wissend: der Abend kann nur gut werden!


Im Angebot war ein Wanderpaket zum Preis von 39 Euro, welches den Proviant für die Reise enthielt. Bis kurz vor der Sendung des Live Streams in der Plattform YouTube waren alle 500 Pakete ausverkauft, aber es gab immer noch Anfragen. Diese konnten mit dem schnell organisierten Verkauf von „Glüxtäschjer“ (Inhalt Glüxlos, Broschüre mit Einwahllink und Überraschungen) positiv beantwortet werden.

Normalerweise erfreut der Musikverein Löf jedes Jahr am Muttertag Wochenende seine Fans mit zwei Konzerten „Musik-Wein-Kultur-pur“. Pandemiebedingt, aber mit der Überzeugung „ganz ohne Musik geht es in diesem Mai auch nicht“, fand die Idee zum virtuellen Wandererlebnis schnell Befürworter. Es entstand ein Vereinsprojekt, auch um das Vereinsleben auf virtuelle Weise am Leben zu halten. Ein Orga-Team, bestehend aus Wolfgang Weber (Vereinsvorsitzender), Werner Zenz, Michael Schunk, Katja Sonnenschein und Gitta Karasch, machten sich an die Arbeit. Letztere hatte die Idee zum Drehbuch, an dem sich dann die Filmcrew um Daniel Boist (DBSONIC Media, Lehmen) orientierte.

Den finanziellen Überblick behielten Laura Sommer und Sonja Panyoti. Die Orchestermitglieder/innen übten zuhause, erstellten kleine Videosequenzen ihrer Musikstücke, die dann der „Winkemann“ = sprich Dirigent Reinhard Lisecki zu einem digitalen Gesamtwerk zusammenfügte. Zahlreiche Sponsoren unterstützten das Vorhaben, der Kultursommer Rheinland-Pfalz und die Koblenz Touristik kooperierten als Partner. Auch die musikalischen Freunde aus dem Herz-Jesu-Haus Kühr in Niederfell (Zentrum für Menschen mit geistiger Behinderung) waren bei der virtuellen Wanderung mit dabei und unterstützten das Orchester tatkräftig mit Percussions Instrumenten.


Musikverein Löf hilft


Im Jahr 2018 zeigte der Musikverein Löf auch sein soziales Engagement und gründetet den Verein „Musikverein Löf hilft“. Als praktisch gelebte Inklusion organisiert er jetzt regelmäßig gemeinsame Proben und Projekte. Dankbarkeit und große Lebensfreunde waren bei den Aufnahmen zur virtuellen Wanderung zu spüren, machten deutlich: „Inklusion kennt keine Grenzen“.

Als vergnügter Reiseführer machte sich der bekannte Comedian und Moderator Roberto Capitoni auf den Weg. Am 9. Mai, kurz vor 19 Uhr, machten es sich viele Menschen auf dem Sofa bequem, schauten gespannt auf den Bildschirm: der Countdown lief! Die Wanderschuhe blieben ungeschnürt, dafür Pantoffel an die Füße und das Wanderpaket mit all seinen Schätzen (Glückslos inklusive) parat, harrten sie der Dinge, die da kommen sollten. Und dann erlebten sie nicht nur eine lebendige Wanderung mit spannenden Geschichten, sondern auch die wunderbare Landschaft der Untermosel mit berauschenden Ausblicken, unterhaltsamen Gesprächen und der humorvollen Moderation von Roberto Capitoni. Dessen Rucksack füllte sich unterwegs mit regionalen Produkten und Leckereien, die jeder Zuhause ebenfalls genießen konnte.

Roberto Capitoni startete auf der Festung Ehrenbreitstein, stand an der Seilbahn aber vor verschlossener Tür – Corona geschuldet. Erfindungsreich ließ er sich zum Koblenzer Schloss beamen, wo ihm Wolfgang Weber viel Glück für seine Reise wünschte. Am Deutschen Eck, der Ausgangspunkt an die Mosel, traf er das Koblenzer Urgestein Manfred Gniffke, der ihm auf lustige Weise Koblenzer Kulturgeschichte nahe brachte. Zum Abschied stießen beide mit „Kowelenzer Schängelche“ an.

Capitonis Weg führte durch die Weinberge der Terrassenmosel, er bewunderte die Staustufe in Metternich, ging weiter in Richtung Güls. Von Durst geplagt besuchte er dort die Familie Schwab, die seit 1955 in Güls Fruchtsäfte herstellt. Mit einem Apfelsaft konnte er seinen Durst stillen. Weiter ging es zum Flugplatz Winningen und zum Aussichtspunkt „Hexenhügel“, der mit sensationellen Ausblicken nicht geizte.

In Winningen machte ihn Musik, die aus der evangelischen Kirche erklang, neugierig, er schaute durchs Schlüsselloch und ließ sich verzaubern vom „Concerto D’Amore“, präsentiert vom Bläserensemble des Musikverein Löf. Nach diesem Genuss führte sein Weg weiter zum Winzer Löwensteinhof, dort bekam er eine Flasche trockenen Riesling, den er sich am Aussichtspunkt „Blumslay“ gönnte. Bevor er dann zur Matthiaskapelle in Kobern gelangte, versuchte er noch sein Glück beim „Glückskäulchen“. Elegant platzierte er dort einen Stein. Nun wanderte er in Richtung Belltal, dann über das Hohensteinsbachtal und erreichte schließlich die Kapelle.

Zwischenzeitlich begeisterte das Stammorchester des Musikvereins mit dem „Moselmarsch“, eingeübt im Home Office und begleitet von den Kührer Freunden. Von der Matthiaskapelle aus überraschte und erfreute ihn der tolle Ausblick ins Moseltal. Da blieben auch bei den Zuschauenden Heimatgefühle nicht aus. Welch ein Glück, hier leben zu dürfen! Auch das Querflötenensemble des Musikvereins erfreute mit Musik aus „Harry Potter“.

Die nächsten Ziele waren wieder an der Mosel. Diese erreichte Capitoni über das Elligbachtal: Schloss Liebig, Schloss von der Leyen und das Wasserschloss. Wieder ging es bergauf, von oben fiel sein Blick auf das Herz-Jesu-Haus Kühr in Niederfell am gegenüberliegenden Moselufer. Stefan Wilkening - Schauspieler, Sprecher und Freund des Musikvereins, der den gesamten Beitrag kommentierte, informierte nun über das soziale Engagement des Löfer Vereins. Anschließend präsentierte das Orchester mit den Kührer Freunden Musik, die Spaß machte. Passend dazu packte Roberto Capitoni nun das leckere Vollkornbrot der Bäckerei Barth aus Niederfell aus und stillte seinen Hunger. So gestärkt wanderte er weiter nach Lehmen. Im „Razejungewingert“ traf er den Kinderbuchautor Stefan Gemmel, der ihm Interessantes über die Razejunge (www.lehmer-razejunge.de) und deren Arbeit erzählte. Ein Glas Honig, gesammelt von fleißigen Bienen im Lavendelfeld des Weinberges, fand nun Platz im Rucksack.

Sein nächstes Ziel war der „Ausoniusstein“. Nach einem Schlückchen „Moselfeuer“ wanderte er weiter in Richtung Moselsürsch zur Kehrkapelle. Dort fiel sein Blick auf Alken und auf die Burg Thurant. Nun ließ der Film die Zuschauer/innen an der Geschichte der Burg und am Tourismus der „Sonnigen Untermosel“ teilhaben, dargestellt von „Ritter“ Holger Simonis und Julia Gries. Mit einem Rotling des Weingutes Anton Hammes bekräftigten Beide ihre Erzählungen, stießen auf die Heimat an, wobei Roberto Capitoni wegen der Entfernung leer ausging.


Die Heimat des Musikvereins wurde erreicht


Jetzt war auch die Heimat des Musikvereins nicht mehr weit, durch das Alzbachtal erreichte Roberto die Dorfgrenze. Dort erwartete ihn Lukas Brachtendorf, der ihm Wissenswertes aus der Geschichte des Ortes berichtete. Er engagiert sich für die Löfer Chronik. Der Hunger plagte den Wanderer, nach einem Tipp des Chronisten ersteht er im Metzgerladen der Firma Hünten eine leckere Wurst. Bevor er auf der „Rabenlay“ mit einem Picknick des Orga-Teams überrascht werden konnte, besuchte er das Probenhaus des Musikverein Löf. Laura Sommer und Reinhard Lisecki empfingen ihn, ließen ihn teilhaben an Wissenswertem über die Arbeit des Vereins. Auf der „Rabenlay“ bedauerte Roberto Capitoni seine Wurst mangels Messer nicht genießen zu können. Wolfgang Weber half ihm aus der Misere und schenkte ihm ein Messer.

Es waren wunderschöne Erlebnisse bei der virtuellen Wanderung, die so viele Menschen miteinander teilen konnten. Es war nicht nur einfach Mosel, es war das Eintauchen in eine wunderbare Landschaft, bei dem nur der frische Duft der Natur fehlte, ergänzt mit dem Genuss der musikalischen Beiträge des Musikvereins Löf, sowie die humorvolle Moderation von Roberto Capitoni, die einfach Spaß machten. EP

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