WählerGruppe Remagen e.V. (WGR)

Der Bürgermeister und das Gartenhäuschen im Unkelbach

Der Bürgermeister und das
Gartenhäuschen im Unkelbach

Bachlauf ohne Bach - bald auch in Unkelbach? Hier der Bachemer Bach in Ramersbach.Foto: privat

01.12.2020 - 14:00

Remagen. Im Juni fand eine städtische Informationsveranstaltung in Unkelbach statt, die erwartungsgemäß viele Zweifel an der Richtigkeit der geplanten Renaturierungsmaßnahme im Unkelbach schürte. Die WählerGruppe Remagen WGR begleitet die betroffenen Unkelbacher Anwohner und berichtete auch über Verlauf und Ergebnis der von Unkelbachern selbst organisierten Veranstaltung im August (siehe Pressemitteilung „Wenn das Vertrauen in die Verwaltung den (Unkel-)Bach runtergeht“ vom 23.08.2020).


Der städtische Bauausschuss beschloss dann im September die Einrichtung der Arbeitsgruppe „Renaturierung Unkelbach“. Beim ersten Treffen der Arbeitsgruppe stellte sich schnell heraus, dass Bürgermeister Ingendahl und Bauamtsleiter Bachem von ihrer bisherigen Position nicht abweichen und zu keinerlei Diskussion über Sinnhaftigkeit und Ausführung der Maßnahme bereit sind. So bleiben viele Fragen auch nach der Sitzung der Arbeitsgruppe weiter offen.

Sachliche Einwände gegen die geplante Maßnahme werden vom Bürgermeister ohne inhaltliche Prüfung blockiert. Auch eine vom Bauingenieur Herrn Jochen Seifert ehrenamtlich erstellte fachliche Stellungnahme mit detaillierten konstruktiven Lösungsvorschlägen, leitet der Bürgermeister nicht an den Stadtrat weiter - wohl aus Sorge darüber, dass Schwächen an der als alternativlos dargestellten Planung der Verwaltung zutage treten könnten.

Weiter ignoriert werden von Bürgermeister und Verwaltung die mehrfach vorgebrachten Hinweise, dass beim Antragstellungs- und weiteren Genehmigungsverfahren schwerwiegende und nachweisbare Fehler gemacht wurden.

Ein anschauliches Beispiel für die geplante Ausführung liefert der Bachemer Bach im Ahrweiler Stadtteil Ramersbach. Dieser Bach wurde nach demselben Prinzip renaturiert, wie es jetzt für den Unkelbach vorgesehen ist. Nun ist das Ergebnis klar: Der Bach ist ökologisch tot.

Das planerische Chaos kann man auch daran erahnen: Neben der Bezeichnung als „Renaturierung“

(Bauverwaltung), „Regenerierung“ (Bürgermeister) und „wasserwirtschaftlicher Maßnahme“ (Genehmigungsbehörde SGD Nord) soll die Maßnahme gleichzeitig auch noch vor Starkregen schützen. Zumindest steht sie als solche im Remagener Hochwasserschutzkonzept.

Eilig von der Verwaltung beauftragte Bohrungen an den Bachböschungen sollten nun die fehlende Standfestigkeit der Privatgrundstücke und Wohnhäuser belegen. Die Anwohner selbst hingegen berichten, dass über die vergangenen Jahrzehnte nur einmal ein Gartenhäuschen in den Unkelbach gespült wurde - nicht aber durch Böschungsabbruch, sondern durch Oberflächenwasser aus den höherliegenden Straßen während eines Starkregenereignisses. Das Baugrundgutachten brachte indes keinerlei neue Erkenntnisse, es wurde weder eine Aussage zur Standsicherheit der Wohnhäuser abgegeben, noch unterstützende Hinweise für die Bauplanung beschrieben.

Der Stadtrat trifft seine Entscheidung zur Durchführung der Maßnahme in der Sitzung am 7. Dezember. Mit der Beschlussvorlage erhält der Stadtrat ein Protokoll der bisher einzigen Sitzung der Arbeitsgruppe „Renaturierung Unkelbach“, welches aber nur die einseitige Sicht der Verwaltung widerspiegelt. Änderungen durch die Teilnehmer der Arbeitsgruppe wurden nicht zugelassen, weitere Anlagen werden entgegen früherer Zusage des Bürgermeisters einfach nicht weitergeleitet.

Eine vollumfängliche Meinungsbildung ist den Stadtratsmitgliedern auf Basis der unvollständigen und einseitigen Informationen nicht möglich.

Es bleibt zu hoffen, dass die Maßnahme nach aktueller Planung vom Stadtrat abgelehnt wird, um dann den richtigen Lösungsweg zu verfolgen: 1) Planung und Umsetzung von Maßnahmen zum Starkregenschutz, mit höchster Priorität auf Rückhaltemaßnahmen zwischen Oedingen und Unkelbach (dazu hat die Verwaltung trotz mehrfacher Anfragen immer noch keinen Umsetzungsplan erstellt), 2) Neuplanung von Maßnahmen im Unkelbach, die im Sinne des Naturschutzes effektiv und zudem kostengünstig sind, 3) ergebnisoffene Zusammenarbeit mit Bürgern und offener Informationsaustausch zwischen allen Beteiligten.

„Bürgermeister und Verwaltung haben alle Kompromiss- und Verbesserungsvorschläge rigoros abgelehnt und wollen die aktuell geplante Maßnahme entgegen aller Vernunft und Fachkenntnis durchziehen, wohl vor allem um nicht noch mehr Gesichtsverlust bei den beteiligten übergeordneten Behörden zu erleiden“ betont WGR-Vorsitzender Holger Kowalewski. „In der Stadtratssitzung wird nun öffentlich, wer sich zum Spielball von Bürokraten machen lässt und wer sich hinter die Bürgerinnen und Bürger stellt, die sich sehr engagiert und fachlich fundiert für vernünftige Lösungen in Unkelbach und Oedingen einsetzen.“

Pressemitteilung

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