Neuwieder WirtschaftsForum feierte 20-jähriges Bestehen

Eine Konstante für kleine und mittlere Betriebe

26.09.2022 - 10:34

Neuwied.Mit einer Festveranstaltung feierte das Neuwieder WirtschaftsForum sein 20-jähriges Bestehen in Schloss Engers. Als „Zukunftsorganisation aus der Fachliteratur“ bezeichnete Oberbürgermeister Jan Einig die Vereinsgründung 2002. Den Vereinsgründern bescheinigte der Gratulant einen innovativen Schritt gegangen zu sein, um die Zusammenarbeit zu stärken und Kräfte vor Ort zu mobilisieren. „Als Wirtschaftsstandort sind wir stolz, dass WiFo zu haben“, unterstrich Jan Einig und hob die exponierte Stellung der kleinen und mittleren Betriebe für die Volkswirtschaft hervor. Als eine der größten Erfolge bezeichnete er den Ausbildungsverbund von Mitgliedsbetrieben unter Leitung des WiFo´s. Diese konkrete Form der Zusammenarbeit habe seinerzeit für landesweites Aufsehen gesorgt. Für den Kreis Neuwied sprach Landrat Achim Hallerbach seine Glückwünsche aus und dankte den ehrenamtlich Aktiven aus dem Vorstand und den Arbeitskreisen. Der Mittelstand sei eine Stütze im, gemessen am BIP, viertstärksten Landkreis von Rheinland-Pfalz. Für Achim Hallerbach ist das WiFo ein wichtiger Partner in der Standortentwicklung. Der Landrat schätzt, dass das WiFo bei der Suche nach freien Gewerbeflächen hilft und Kontakte vermittelt. Immerhin sei die Nachfrage nach einem Standort im Kreis Neuwied hoch. Achim Hallerbach sagte dem Netzwerk seine Unterstützung hinsichtlich dem Bestreben einer Metropolregion zu. Neuwied müsse in dessen Zentrum stehen. Kreishandwerksmeister Ralf Winn gratulierte stellvertretend für die Handwerksbetriebe Neuwied, Rhein-Wied, Westerwald. Die Kreishandwerkerschaft sei froh über die enge Zusammenarbeit mit dem WiFo und will diese fortsetzen. Für die IHK Koblenz sprach Vize-Präsidentin Maren Hassel-Kirsche Worte des Dankes. In einer Zeit, in der es von der Vereinsgründung bis heute immer wieder zu Krisen und Kriege kam, habe sich das WiFo zu einer Konstanten in der Region entwickelt.


Lebenswerk von Brigitte-Ursula Scherrer


Zum Festakt im Gartensaal zog sich ein Name wie ein roter Faden durch die Festreden. „Brigitte Ursula Scherrer hat mit dem WiFo ihre Vision umgesetzt“, resümierte Maren Hassel-Kirsche. Gleichzeitig sei sie die Botschafterin des Netzwerks gewesen. Der Oberbürgermeister bezeichnete Brigitte Ursula Scherrer als Begründerin der Netzwerkarbeit. Die dafür dringend notwendigen Strukturen habe die langjährige Vorsitzende geschaffen und stets den Überblick behalten. Landrat Achim Hallerbach zieht den Hut davor, wie es Brigitte Ursula Scherrer immer wieder gelungen ist, unterschiedlichste Menschen und Interessen zusammen zu bringen. Brigitte Ursula Scherrer blickte in ihrer Festrede auf die zurückliegenden Jahrzehnte zurück. Die Ehrenvorsitzende nannte unter anderem den Ausbildungsverbund, erfolgreiche Veranstaltungen, den Anschluss an die Datenautobahn und die Kooperationen mit der Uni-Landau. Zunehmend Unterstützung, als Gratulant von der Initiative Region Koblenz/Mittelrhein war Hans-Jörg Assenmacher zu Gast, habe das WiFo beim Bemühen um die Schaffung einer hiesigen Metropolregion erfahren.


Wir Gefühl“ immer gelebt


Mit sichtlicher Freude berichtete Brigitte Ursula Scherrer, dass sich der Gründungsgedanke, „ein Wir Gefühl zu schaffen und als Gemeinschaft stärker zu sein“, aktiv gelebt wird. Selbst in der Pandemie mit Kontaktbeschränkungen sei es in virtuellen Räumen gelungen, eng miteinander verbunden zu bleiben. Angesichts der Lösungsansätze in der Energiekrise appellierte die Ehrenvorsitzende an die Landes- und Bundesregierung, die Wirtschaft nicht zu vergessen. Gerade die kleinen und mittleren Unternehmen seien der Garant Krisen zu meistern. „Wenn Menschen keine Arbeit mehr haben, geht an anderen Stellen auch nichts mehr“, befürchtet Brigitte Ursula Scherrer. Sorgen, die Achim Hallerbach teilt. Der Landrat sprach von gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Sprengstoff, der anders als die Corona Krise und trotz Einrichtung von Krisenstäben, nicht vor Ort gelöst werden könne. Seit einigen Jahren steht Marion Blettenberg an der Spitze des WiFo´s und treibt die erfolgreiche Arbeit voran. Ihr Dank galt den vier Arbeitskreisen, in denen Projekte entwickelt und umgesetzt werden. Angesichts der Krisen stellte sie in ihrem Schlusswort unmissverständlich fest, dass sich das WiFo zu Demokratie und Freiheit bekenne und fest zu Europa stehe.


Erhalt von Schloss Engers


Vor Ort im Gartensaal von Schloss Engers sprach sich die gebürtige Engerserin für den Erhalt von Schloss Engers aus. Das Schloss müsse der hiesigen Bevölkerung und den Touristen weiterhin für Kultur, Musik und Hochzeiten zur Verfügung stehen. Marion Blettenberg schloss ausdrücklich den Gastronomiebetrieb und den Biergarten mit ein. Ähnlich hatten sich zuvor die anderen Festredner geäußert. Und auch an den Tischen, war die Sorge um den Fortbestand groß. Brigitte Ursula Scherrer befürchtet, dass Neuwied mit der Villa Musica eine weitere Einrichtung des Landes RLP verliert. Das sorge vor Ort für Betroffenheit, Wut und Aufbegehren. Villa Musica und die Landesakademie hätten zwar unterschiedliche Aufgaben, könnten aber durchaus miteinander harmonieren und sich befruchten. Landrat Achim Hallerbach gab sich indes zuversichtlich, dass beide Einrichten erhalten bleiben und sich neue Perspektiven für Engers und die Region ergeben werden.

FF

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juergen mueller:
Ein Bruch der Tarifverträge ist noch gelinde ausgedrückt. Wer es soweit kommen lässt, dass die Beschäftigten für etwas büßen sollen, was sie nicht im geringsten verschuldet haben, der sollte sich allen ernstes fragen, wie es möglich ist, dass es überhaupt soweit kommen konnte, obgleich man sowohl in...
juergen mueller:
Kurzfristig bekanntgewordene Liquiditätsprobleme? Das Wort kurzfristig muss man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen. Die Stadt Koblenz u. der Landkreis Mayen-Koblenz sind mit jeweils 25% beteiligt. Man schaue sich einmal die BETEILIGUNGSBERICHTE der STADT KOBLENZ der vergangenen Jahre an. Das...
juergen mueller:
Wirtschaftliche Perspektive? Wenn ein Unternehmen, wie das GKM, kontinuierlich Liquiditätsprobleme hat, dann geht man zuerst an diejenigen, die dafür am wenigsten können? Herr Langner ist Vorsitzender der Gesellschafterversammlung u. sitzt im Aufsichtsrat. Wenn im Januar oder Februar wieder diese...
K. Schmidt:
Ja, diese Verlängerung ist notwendig und sinnvoll. Dass sich diverse politische Köpfe des Ahrtals darüber erfreut äußern, nachvollziehbar. In all der Euphorie muss man sich aber noch mal genau anschauen, was da eigentlich verlängert wurde: Es geht hier nur um eine praktisch seitens des Bundes beliebig...
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