Ergebnisse der Landtagswahl im Wahlkreis 26

Jonathan Grunwald erobert klar das Direktmandat für die CDU

In Meckenheim und Wachtberg bleibt die CDU mit großem Abstand die stärkste Partei - Linksrheinischer Teil des Rhein-Sieg Kreises war erstmals auf zwei Wahlkreise aufgeteilt

17.05.2022 - 08:03

Rhein-Sieg-Kreis. Bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen war der linksrheinische Teil des Rhein-Sieg Kreises erstmals in zwei Wahlbezirke aufgeteilt, sodass die Ergebnisse mit den vorherigen Landtagswahlen nicht direkt vergleichbar sind. Christdemokrat Jonathan Grunwald holte sich das Direktmandat im Wahlkreis 26, der die rechtsrheinischen Städte Bad Honnef, Hennef und Königswinter sowie die linksrheinische Gemeinde Wachtberg und die Stadt Meckenheim umfasste. Er habe einen ordentlichen Vorsprung erwartet, zumal sich seine Wahlkampfmannschaft „die Hacken abgelaufen hat.“ Er freue sich auf seine künftige Arbeit im Düsseldorfer Landtag, denn das sei einerseits eine Herausforderung, andererseits aber auch ein klarer Auftrag.


Grunwald kam auf 40,6 Prozent der Erststimmen und distanzierte damit Dr. Charlotte Echterhoff-Nikolidakis von der SPD, die von 23,6 Prozent der Wahlberechtigten angekreuzt wurde. Dr. Deya Gür-Seker von den Grünen belegte Platz drei mit 19,1 Prozent, Professor Dr. Andreas Pinkwart von der FDP erzielte 7,8 Prozent. Platz fünf ging an den AfD-Direktkandidaten Anno Overath mit 4,1 Prozent, Bastian Reichardt von den Linken erzielte 1,6 Prozent, Jan-Hendrik Kohlmorgen von der PARTEI kam auf 1,3 Prozent, ebenso wie Heinz-Jürgen Hörster von dieBasis. Immerhin 0,4 Prozent der Wähler konnte Claus Plantiko von der Volksabstimmung für sich begeistern. Die Wahlbeteiligung lag hier bei 64,3 Prozent.


Auf Listenplatz 4 zurück in den Landtag


Dr. Charlotte Echterhoff-Nikolidakis verpasste den Sprung in den Landtag und schrieb das schlechte Ergebnis der Landes-SPD auch der geringen Wahlbeteiligung zu. Sie lobte den fairen Wahlkampf in ihrem Wahlkreis, bei dem es keine persönlichen Beschimpfungen oder Schmutzkampagnen gegeben habe. Das bestätigte auch der aktuelle Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart, der auf Listenplatz 4 wieder in den Landtag einziehen wird. Sein Ministeramt wird er jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit abgeben müssen, es sei denn, es kommt doch noch zu einer Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP. Seine Partei bleibe jedenfalls „die Kraft der Freiheit“ und werde diesem Bereich noch weiter Zeichen setzen.

Ähnlich wie bei den Erststimmen ist die Lage auch bei den Zweitstimmen im Wahlkreis 26. Hier hatte die CDU ebenfalls die Nase vorn mit 40,8 Prozent, gefolgt von der SPD, die auf 20,2 Prozent kam. Ganz knapp dahinter kamen die Grünen mit 20,0 Prozent als Dritte ins Ziel, die FDP musste sich mit 7,4 Prozent begnügen. Die AfD verzeichnete 4,3 Prozent der Stimmen, ansonsten lagen nur noch die Linke mit 1,6 Prozent und dieBasis mit 1,1 Prozent über einem Prozent.


CDU bleibt die Nummer 1


In der Stadt Meckenheim bleibt die CDU mit 42,8 Prozent der Platzhirsch. Dahinter verteidigte die SPD mit 20,8 Prozent Platz 2, jedoch rücken die Grünen mit 17,4 Prozent immer näher. Die FDP verzeichnete mit 7,3 Prozent ein vergleichsweise gutes Ergebnis, die AfD freute sich über 5,2 Prozent. Mehr als ein Prozent holten nur noch die Linke mit 1,7 Prozent. In der Gemeinde Wachtberg verzeichnete die CDU mit 44 Prozent ihr bestes Ergebnis im Kreis. Ganz dicht zusammengerückt sind hier die SPD, die auf 18,6 Prozent kam, und die Grünen mit 18,0 Prozent der Stimmen. Mit deutlichem Abstand folgt die FDP mit 8,5 Prozent und damit doppelt so viel wie die AfD mit 4,1 Prozent. Über der Ein-Prozent-Marke sind auch hier lediglich die Linke mit 1,1 Prozent und dieBasis mit ebenfalls 1,1 Prozent.


Auf Landesebene ist noch nichts entschieden


Auf Landesebene ist dennoch längst nicht entschieden, wer das bevölkerungsreichste Bundesland künftig regieren wird. Zwar holte die CDU landesweit mit 35,8 Prozent mit Abstand die meisten Stimmen und darf sich mit einem Plus von 2,8 Prozentpunkten gegenüber 2017 durchaus als Wahlsieger fühlen. Doch ob es zu einer Fortsetzung der von Ministerpräsidenten Hendrik Wüst (CDU) geführten Landesregierung kommt, ist noch längst nicht ausgemacht.

Die SPD musste zwar ein Minus von 4,6 Prozentpunkten hinnehmen und kommt jetzt nur noch auf 26,6 Prozent, doch das schlechte Abschneiden der FDP mit einem Stimmenanteil von 5,8 Prozent (- 6,8 Prozentpunkte) macht eine Fortsetzung der derzeitigen christlich-liberalen Landesregierung unmöglich. Demgegenüber haben die Grünen ihren Stimmanteil glatt verdreifacht und kommen nun auf 18,1 Prozent (+11,7 Prozentpunkte). Sie gelten damit als „Königsmacher“, denn sie könnten sowohl in einer Koalition mit der CDU als auch in einem Dreierbündnis mit der SPD und der FDP gemeinsam eine deutliche Mehrheit im Düsseldorfer Landesparlament erreichen. In einer Ampelkoalition könnte sich der SPD-Spitzenkandidat Thomas Kutschaty noch Chancen auf dem Ministerpräsidentensessel ausrechnen. Die AfD, die auf 5,5 Prozent kam (-1,9 Prozentpunkte) dürfte von keiner Partei ernsthaft als Koalitionspartner in Erwägung gezogen werden, die Linke ist mit einem Ergebnis von 2,1 Prozent (-2,8 Prozent) ist auch künftig nicht im Landtag vertreten. Rechnerisch ist auch eine große Koalition aus CDU und SPD möglich, sie gilt jedoch als extrem unwahrscheinlich. JOST

Artikel bewerten

rating rating rating rating rating
Weitere Berichte

Der ohnehin vorhandene Fachkräftemangel wird durch Krankheitsausfälle verschärft

Wegen Personalmangel: Remagener Freibad bleibt montags zu

Remagen. Ab sofort muss das Remagener Freizeitbad montags geschlossen bleiben. Die erste reguläre Schließung fällt auf Montag, den 4. Juli 2022 und bleibt bis auf Weiteres bestehen. „Der seit Monaten anhaltende und sich durch Krankheitsausfälle verschärfende Fachkräftemangel im Freizeitbad macht diesen Schritt leider notwendig. Ein regulärer Schichtbetrieb ist derzeit mit dem vorhandenen Personal nicht möglich“, so Bürgermeister Ingendahl. mehr...

Kraftstoffdiebstahl auf Parkplatz in Leubsdorf

Spritdiebe klauen 220 Liter Diesel aus geparktem Lkw

Leubsdorf. In dem tatrelevanten Zeitraum zwischen Dienstag, 28. Juni und Donnerstag, 30. Juni wurde durch unbekannte Täter gewaltsam der Tank eines parkenden LKW geöffnet und ca. 220 Liter Dieselkraftstoff entwendet. Der LKW parkte auf einem abgelegenen Parkplatz in Leubsdorf, im Bereich des Ariendorfer Wegs. Täterhinweise liegen derzeit nicht vor. Sachdienliche Hinweise bitte an die Polizeiinspektion Linz am Rhein, Tel. mehr...

Einstimmige Nominierung durch die Freie Wählergruppe Andernach

Christian Greiner kandidiert für das Amt des Oberbürgermeisters

Andernach. Zu einer Pressekonferenz hatte die FWG Andernach bereits am Freitag eingeladen. Damit waren sie die Ersten aus den Reihen der Stadtratsfraktionen, die ihren Kandidaten für das Amt des neu zu wählenden Oberbürgermeisters offiziell vorstellten. Einstimmig und geschlossen hat die Freie Wählergruppe Andernach (FWG) Christian Greiner als ihren Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl ernannt, der nun am 13. November bei der Urwahl in Andernach antritt. mehr...

 
Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.
Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag erstellen zu können.
LESETIPPS
GelesenNeueste
aktuelle Beilagen
Inhalt kann nicht geladen werden

 

Firma eintragen und Reichweite erhöhen!
Kommentare

Zu Besuch in der Frankensiedlung

Mathias Heeb:
Ja, es waren schöne Stunden mit den Kindern der Klasse, manche haben gefragt, ob sie nicht 3 Tage hier bleiben könnten. Was hätte man alles für Möglichkeiten mit diesem Projekt, immer noch und wird auch so bleiben absolutes Unverständnis über die Entscheidung des Gemeinderates der Grafschaft aufgrund...
Mathias Heeb, Grüner Fraktionsvorsitzender:
Von meiner Seite konnte ich mit Johannes Jung aus dem „rebellischen Dorf Eckendorf“ immer gut auskommen. Hoffe für ihn, dass er etwas andere Wege findet für die CDU Grafschaft, ihm alles Gute für die Zukunft, so fair sollte man sein....
K. Schmidt:
"So sei eine Seilbahn vom Tal aus zur Saffenburg, zur Burg Are oder zum Krausbergkopf bei Dernau zur touristischen Erschließung durchaus vorstellbar,..." - Bis vor 10 oder 11 Jahren gab es in Altenahr noch eine Seilbahn, die wurde dann aufgegeben weil mangels Fahrgästen kein wirtschaftlicher Betrieb...
Service