Kreisheimatjahrbuch 2022 erschienen – Landrat Achim Hallerbach: „33 gut recherchierte Geschichten“

Von den historischen Anfängen bis in die 1970er-Jahre

06.10.2021 - 10:51

Kreis Neuwied. 367 Seiten voller Geschichte(n): Das Heimat-Jahrbuch 2022 des Landkreises Neuwied ist erschienen und spannt den Bogen von den historischen Anfängen Isenburgs bis zum Boom der Neuwieder Mittelstraße in den 1970er-Jahren. Die Kirchspielverfassung von Bruchhausen ist genauso Thema wie das Wiedische Cantonbuch von 1756 und die Weihe der Heimbacher Pfarrkirche vor 250 Jahren. Es wird an Roentgen-Museums-Mitbegründer Hugo Eich erinnert und an den Sommer 1911, als extreme Temperaturen die Sterblichkeit in den Gemeinden des Kreises rapide steigen ließen. „Insgesamt sind es 33 gut recherchierte und reichlich bebilderte Beiträge zur Heimat- und Kulturgeschichte sowie Naturkunde“, fasste Landrat Achim Hallerbach zusammen. Bei der gemeinsamen Vorstellung mit Autoren, Redaktionsteam und Mitgliedern des Kulturausschusses sprach er von einem „wichtigen Nachschlagewerk“ und gab eine eindeutige Leseempfehlung ab. Auch wenn es in den heutigen Zeiten nicht einfach sei, die Auflage zu halten, sei das Heimatjahrbuch eine wichtige Dokumentation der Heimatgeschichte. „Das Buch ist auch ein Bekenntnis zur Region und bewahrt vieles, was sonst verloren gehen würde. Wir haben sonst keine Möglichkeit“, sagte er. Die Vorstellung fand - wie immer - am Ort des Titelbildes statt, dieses Mal in Leutesdorf: Der Weinort ziert die Vorderseite der aktuellen Ausgabe, und da vor allem der 1683 neben dem Zolltor errichtete „Leyscher Hof“ samt seines von hohen Kastanien gesäumten Rheingartens. Er und seine Betreiberin Carla Maur-Tencic wurden 2010 als „Historisches Wirtshaus in Deutschland“ ausgezeichnet - eins von bundesweit nur 40 Gasthäusern, denen unter 415 Bewerbern die Ehre zuteilwurde. Mit der Wahl des Leyscher Hofes wollte der Redaktionsausschuss des HJB bewusst die von der Pandemie stark betroffene Gastronomen als örtliche „Kulturlokale und Wirtschaftsträger“ in den Fokus rücken. Folglich bildet das Kalendarium historische und meist auch denkmalgeschützte Gasthäuser des Landkreises ab, deren Betreiber über Generationen bei gutem Essen und Trinken das Gemein- und Vereinswohl unserer Städte und Dörfer bereichern. Mit einer Auflagenhöhe von knapp 3.000 Exemplaren ist das Heimat-Jahrbuch eine ganz besondere Lektüre seiner Art in Rheinland-Pfalz. Es ist für nur 7 Euro bei den Buch- und Zeitschriftenläden im Kreis Neuwied erhältlich, kann aber auch in den Bürgerbüros der Stadt- und Verbandsgemeindeverwaltungen sowie selbstverständlich direkt im Bürgerbüro des Kreishauses sowie im Roentgen-Museum erworben werden. Größere Mengen können unter Tel. 02631/803-379 bestellt werden (bei als 10 Exemplaren für je 6,50 Euro).


Bei der Präsentation des neuen HJB im Leyscher Hof wurde erneut ein verdienter Autor ausgezeichnet: Rudolf Vollmer kennt als langjähriger Archivar von Unkel die Geschichte der Rotweinstadt genau und hat seit 1985 insgesamt 30 Beiträge geschrieben. 1995 erschien sein Buch „Unkel am Rhein – Chronik einer Stadt“, das inzwischen als Standardwerk Unkels und seiner Geschichte gilt. Mit einem großen Dankeschön an die Mitglieder des Redaktionsausschusses - stellvertretend und allen voran Dr. Reinhard Lahr für die langjährige Federführung – endete die Ansprache von Landrat Achim Hallerbach.

Zu den Verbandsgemeinden und zum Kreis allgemein informieren u. a. folgende Beiträge: Jahresrückblick von Juli 2020 bis Juni 2021 von Jörg Niebergall; Ehrungen und Auszeichnungen von Heike Blum-Vogt; Nachruf Walter-Friedrich Schmidt von Bernd Willscheid; Isenburg – Die Anfänge von Dr. Arno Bäcker; Die Ortschaften der Honschaft Schöneberg im Lagerbuch des Amtes Altenwied von 1660 von Werner Büllesbach; Aus der Geschichte der St. Matthiasbruderschaft Altenwied von Josef Schäfer (†) und Hildegard Börder; Pfarrer Jodocus Moschetus, Ahnherr der Muscheids in der Grafschaft Wied (ca. 1572-1648?) von Marie-Luise Dingeldey; Bruchhausen im Verbund mit der Pfarrei und dem Kirchspiel Erpel in den letzten fünf Jahrhunderten von Adalbert Fuchs; Die Böcklings- oder Keltermühle zu Niederbreitbach (1837- 1878) von Heiner Strauß; Die Ahl Schull in Heddesdorf von Helmut Krämer; Umsturz oder genossenschaftlicher Aufbau – F. W. Raiffeisens Stellungnahme zu sozialistischem Gedankengut von Albert Schäfer; Das Wunder von Rheinbreitbach von Rudolf Vollmer; Pater Michael Colling (1864-1933) SVD aus Dinkelbach im Westerwald – ein Feuerwehrmann für die Weltmission von Bodo Bost; Leben unterm Hakenkreuz – Rheinbreitbach und Umgebung im Dritten Reich ; von Thomas Napp; Der Cognac des Gauschatzmeisters und 15kg Kartoffeln aus Lochum – Wie mein Vater im Westerwald 1945 das Kriegsende überlebte von Angelika Pries; Leutesdorfer Künstlerin wurde vor 110 Jahren geboren – Guta von Freydorf-Stephanow ist sicher manchem noch bekannt von Werner Schönhofen; Vertrauen – Erinnerungen an den Besuch von Queen Elizabeth 1965 von Reinhard Graßmann; Der Niederwerther und andere Hausierer bei uns in Elgert von Reinhard Graßmann; Die kleinen wilden Ecken – Ein Plädoyer für die verkannten dörflichen und städtischen Wildkrautfluren von Dr. Bruno P. Kremer und Prof. Dr. Klaus Adolphi; Der Eichelhäher – Ein Helfer beim forstlichen Umbau unserer Wälder von Dr. Frank G. Wörner; Neue heimatkundliche Literatur.

Zur Stadt Neuwied informieren u. a. folgende Beiträge: informieren u. a. folgende Beiträge: Jahresrückblick von Juli 2020 bis Juni 2021 von Jörg Niebergall; Ehrungen und Auszeichnungen von Heike Blum-Vogt; Nachruf Walter-Friedrich Schmidt von Bernd Willscheid; Bücher der ehemaligen Abteien Sayn und Rommersdorf in der Bibliothek der Abtei Marienstatt von Jörg Ditscheid; Ein „unsicherer Kantonist“ – Cantonbuch von 1756 transkribiert von Beate Busch-Schirm; Vor 250 Jahren wurde die neue Pfarrkirche St. Margaretha in Heimbach-Weis geweiht – Ein Exkurs zum kurtrierischen Landkirchenbau im 18. Jh. von Dr. Reinhard Lahr; Was uns Kirchenbücher berichten (II. Teil) von Beate Busch-Schirm; Georg Heinrich Roentgen Africanus (1787-1811) – Ein Naturforscher aus Neuwied auf dem Weg nach Timbuktu von Bernd Willscheid; Neuerwerbungen für das Roentgen-Museum Neuwied von Bernd Willscheid; Zur Ausstellung von Werken August Friedrich Siegerts (1820-1883) in Neuwied von Dr. Annegret Stein; Pfarrer Franz Beyschlag; lutherischer Pfarrer in Neuwied – Ergänzung zum Artikel im Heimatjahrbuch 1999 von Hans-Joachim Feix; Mit dem Gesetz in Konflikt – Aus der Spruchpraxis der Wied’schen Regierung 1836 von Anita Trostel; Brennereien und Brauereien in Neuwied im 19. Jahrhundert von Friedel Wulf Kupfer; Das Wirtshaus am Aubach in Niederbieber – Eine Kneipe mit langer Tradition von Anita Trostel; Aus Schwemmsteinen mit preußischen Kappendecken – Der „neue Marstall“ von Schloss Monrepos von Dr. Reinhard Lahr; Die Sterblichkeit im Extremsommer 1911 im Kirchspiel Heimbach und in Feldkirchen von Dr. Helmut Priewer; Dr. Mathias Priewer; Beate Busch-Schirm; Sprengung der Urmitz-Engerser Kronprinzenbrücke am 9. März 1945 – Mit General Albin F. Irzyk starb einer der letzten Augenzeugen von Werner Johann Keßler; Vor 70 Jahren verstorben: Professor Hugo Eich, passionierter Archäologe und Mitbegründer des Roentgen-Museums von Arno Schmidt; Ausbau der Mittelstraße zur ersten Fußgängerzone 1970 in Neuwied – Das damals neue Einkaufsvergnügen der Innenstadt von Rolf Niemeyer; Neue heimatkundliche Literatur

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Gabriele Friedrich:
Was soll denn einer noch dazu sagen? Unfassbar wieder und ebenso erneut bewiesen, das in diesem Land alte Menschen nicht betreut sind und nicht genügend nach ihnen gesehen wird. Das alte Menschen auch Altersstur sein können ist bekannt, aber mit viel Geduld kann man eben auch etwas erreichen. Da hat...
Gabriele Friedrich:
Das ist ja zum totlachen. Ein Blaulicht kann man überall kaufen, das Internet bietet alles, was Bekloppte gebrauchen können. Und keiner hat sich das Kennzeichen gemerkt ? Jeder Deutsche weiß wie unsere Polizeiautos aussehen. In dem Moment wo ich bedrängt werde, wähle ich die 110 und dann ist die...
Gabriele Friedrich:
Der Kassierer an der Tankstelle hätte das ebenso merken müssen. Hat er Angst gehabt...das der Kunde gewalttätig wird ? Angst ist ein schlechter Begleiter. Der Fahrer war schon Sternhagelvoll als er bezahlt hat. Grundsätzlich haben in einer Tankstelle 2 Leute !!! zu arbeiten- wann kapieren die Besitzer...
 

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