Bündnis 90/Die Grünen/ÖDP lehnen Ausweisung eines Bebauungsplans auf Sevenicher Feuchtwiesen ab

„Welchen Stellenwert hat der Artenschutz in Münstermaifeld?“

„Welchen Stellenwert hat der
Artenschutz in Münstermaifeld?“

Die Sevenicher Feuchtwiesen.Foto: privat

18.10.2021 - 15:04

Münstermaifeld. Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen und ÖDP hält den Bauantrag eines Investors auf 6.450 qm inmitten der Sevenicher Feuchtwiesen für unverantwortbar. Die Recherchen des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) zu dem artenreichen Gebiet, das im Landschaftsschutzgebiet liegt, wurden im letzten Jahr vom Bundesamt für Naturschutz und vom Bundesumweltministerium mit dem Preis der UN-Dekade für Biologische Vielfalt ausgezeichnet. Es handelt sich außer-dem um eine Fläche, die in der tiefsten Zone eines hochgradig hochwassergefährdeten Überschwemmungsgebietes in der Sevenicher Senke liegt. Das Wasser fließt dort wie in einem Trichter aus den Orten Pillig (220 m), Wierschem (250 m) und Münstermaifeld (275 m) zusammen und bleibt nach starken Regenfällen oft tagelang großflächig auf den Wiesen stehen. Diese Feuchtwiesen liegen auf nur 180 m und werden somit von drei Seiten mit Bachwasser und Oberflächenwasser versorgt.


Der Fraktionsvorsitzende Klaus Meurer, die Stadtbürgermeisterin und einige Vertreter*innen des Stadtrates hatten das Gebiet bereits 2019 zusammen mit dem damaligen Umweltstaatssekretärs Dr. Griese und dem damaligen Präsidenten der Oberen Naturschutzbehörde SGD-Nord, Dr. Kleemann, besucht. Nach der Aussage des Staatssekretärs genießen diese Wiesen mindestens den Schutz des §30 Bundesnaturschutzgesetz (BnatSchG) für geschütztes Grünland. Ein Antrag des BUND auf Ausweisung eines Naturschutzgebietes wird derzeit noch geprüft. Der BUND hatte auf den Flächen zusammen mit Experten unterschiedlicher Fachrichtungen schon damals über 100 geschützte und vom Aussterben bedrohte Arten nachgewiesen. Umweltstaatssekretär Dr. Thomas Griese überreichte die angesehene Auszeichnung der UN-Dekade für Biologische Vielfalt am 9. Oktober 2020 an die BUND-Kreisgruppe Mayen-Koblenz und sagte: „Mit Ihren Biotopuntersuchungen und Artennachweisen haben Sie einen Beitrag zum Erhalt unserer Biologischen Vielfalt in Rheinland-Pfalz geleistet. Sie haben mit Ihrem Engagement Tier- und Pflanzenarten wie Segelfalter, Rebhuhn oder Stendelwurz Orchidee an Gewässer- und Feuchtstandorten dokumentiert. Dafür danke ich Ihnen herzlich.“

„Wir können nicht nachvollziehen, warum man ausgerechnet in dieses, von der Presse in vielen Artikeln hochgelobte, artenreiche Gebiet, hinein bauen will. Auch der SWR hatte 2020 und 2021 sehr informative Filmbeiträge über die Sevenicher Feuchtwiesen gesendet. Gerade in Zeiten des Klimawandels und des Artensterbens in Deutschland muss man besondere Biotope wie dieses vor Bebauung und Versiegelung schützen. Die Erfahrungen aus dem Ahrtal sollten uns gelehrt haben, das Hochwasser gefährdete Flächen in Senken ein absolutes No-Go Gebiet für die Ausweisung von Baugebieten sind. Wir tragen schließlich auch eine Verantwortung für Familien die eventuell dort bauen wollen, und nicht einschätzen können, welche Folgen das haben kann“, erklärt Klaus Meurer, Fraktionsvorsitzender im Stadtrat Münstermaifeld.

Falls der Stadtrat dem als „Wohnen mit Pferden“ bezeichneten Bauprojekt inmitten der Sevenicher Feuchtwiesen zustimmt, wäre das ein großer Verlust für die wertvolle Artenvielfalt in Münstermaifeld und der Verbandsgemeinde Maifeld.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller fordert für die UN-Weltnaturschutzkonferenz beim Artenschutz keine Zeit mehr zu verlieren. Es ist Aufgabe der Weltgemeinschaft, bis hinein die kleinsten Dörfer, den dramatischen Verlust von Arten und ihren Lebensräumen zu bremsen. Dafür dürfen nicht die Interessen eines Einzelnen über diese Dringlichkeit gestellt werden.

In einem Landkreis, der sich selbst als „Umweltfreundlicher Landkreis“ bezeichnet, wird die Münstermaifelder Stadtratssitzung am 26.10. mit Spannung erwartet. Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen und ÖDP empfiehlt dringend, dass sich der Stadtrat verantwortungsvoll mehrheitlich gegen das Bauen auf den Sevenicher Feuchtwiesen aus-spricht.

Auch der Verbandsgemeinde Maifeld ist das Thema „Erhalt der Artenvielfalt“ wichtig, wie man dem Pressebericht Leben auf dem Maifeld „Artensterben & Klimawandel: Was tun?“ entnehmen konnte. Die Verbandsgemeinde Maifeld sieht das Artensterben und den Klimawandel als eine der zwei größten Herausforderungen für die Menschheit.

Der Kreis Mayen-Koblenz erläutert in seiner Vortragsreihe „Mehr als nur Grün“ die Wichtigkeit des Erhalts der Biodiversität in mehreren Veranstaltungen. Alle Online-Vorträge finden donnerstags um 18 Uhr statt und können auf der Homepage www.ben-mittelrhein.de/veranstaltungen kostenfrei gebucht werden.

Informationen zu den Sevenicher Feuchtwiesen sind unter https://myk.bund-rlp.de/themen-projekte/artenschutz/ und auf der Homepage von Bündnis 90/Die Grünen und ÖDP einsehbar.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger, welche regelmäßig Informationen per Mail erhalten möchten, bitte bei folgender Mailadresse anmelden: klausmeurer@t-online.de. Hier erhalten Interessierte in einem Bürger*innen-Newsletter zu jeder Stadtratssit-zung konkrete Informationen zu den Tagesordnungspunkten im öffentli-chen Teil.

Weitere Informationen unter: www.gruene-myk.de und www.oedp-muenstermaifeld.de

Pressemitteilung

Bündnis 90/Die Grünen/ÖDP

Stadtratsfraktion Münstermaifeld

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Kommentare
Gabriele Friedrich:
Na ja, eben "Gaga" sonst nix. Kann mir nicht vorstellen, das die Frau das ernst gemeint hat. Vielleicht hat sie schon Alzheimer und das bedeutet auch "Altersbosheit"- da kann sie nicht mal was für-aber man muß auch nicht mit dem Hammer dran. Da hätte man vielleicht besser einen Arzt gerufen. Angriff...
Gabriele Friedrich:
[ Zitat ] .... auf dem frei zugänglichen, unbefestigten Parkplatzgelände eines Autohauses ....[ Zitat Ende ] Das schadet euch gar nichts ! Selber schuld- wie kann man denn? *Mitsubishi...PAH ! Mercedes wär das nicht passiert. Versicherungsprämie wird höher- das ist doch wohl klar. Ihr rafft...
Gabriele Friedrich:
Kann ja mal einer in Mayen anrufen, die raffen das da nicht, das es hier auch so einen Bus braucht- auch kleiner. Muss ja nicht so ein Riesending sein. Mobiler Impfdienst- muss hier hin. Mayen ist rückständig und ich bin da stinksauer drüber. ...
 

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