2. Bundesliga Damen: Erstes Heim-Unentschieden seit Jahren für die Bäckermädchen

Ein Sieg wäre für die SG99 gegen die Eintracht verdient gewesen

Ein Sieg wäre für die SG99
gegen die Eintracht verdient gewesen

Magda macht das schon. Der erlösende Treffer in der 73. Minute lässt nicht nur Torschützin Schumacher Jubeln. Foto: Roland Schäfges - www.myfoto24.eu

06.12.2021 - 10:49

Andernach. Zwischen der Frage, ob man nach einem Spiel zufrieden oder unzufrieden ist, kann es manchmal gar keine befriedigende oder falsche Antwort geben. Natürlich ist die sportliche Leitung mit dem Unentschieden im Kontext der laufenden Saison und der Leistungsfähigkeit des Gegners sehr zufrieden. Ein wichtiger Punkt gegen einen direkten Gegner, ist nie was Schlechtes. Schaut man jedoch aufs Spiel selbst, in die Details, gerade auf die spielerisch starke zweite Halbzeit oder auf die starken Angriffe gegen Ende der ersten Halbzeit, „fühlt es sich schon so an, eher zwei Punkte verloren, als ein Punkt gewonnen zu haben“, wie es SG99-Trainerin Isabelle Hawel nach Spielende zu Protokoll gab. Dabei lagen, gerade auch die wichtigen Großchancen für einen möglichen Sieg, in der Endphase der ersten Halbzeit auf dem Fuß der Angreiferinnen der Heimmannschaft. Und das gegen jenen Verein, welcher im letzten Duell im Frühjahr den stolzen Rheinländerinnen ganze sechs Tore eingeschenkt hat.


Bei trockenen, aber durchaus winterlich kalten Außentemperaturen schickte das Trainerduo Hawel und Florian Stein eine Mannschaft auf den Platz, die von der Papierform keinerlei Wünsche offen lies. So machte auch in diesem Spiel, die sympathische nordrhein-westfälischen Landespolizistin Laura Van der Laan wieder erfolgreich jagt auf Bälle, die ihrem Tor zu nah kamen. Davor spielten in einer eher offensiven Viererkette Selina Garofalo, das Geburtstagskind der Woche Magdalena Schumacher, die zuletzt starke Zoe Brückel und Alina Wagner. Marie Schäfer, die das Spiel gemeinsam mit der ebenfalls noch verletzten Torhüterin Jana Theisen vom Spielfeldrand verfolgte, fehlte der Verteidigung genauso, wie die derzeit in den USA verweilende und in den letzten Spielen sehr stark performenden Karla Engels. Das Mittelfeld war besetzt mit Vanessa Zilligen und Kathrin Schermuly in der hinteren sowie Maren Weingarz, Standardspezialistin Lisa Umbach und der oft gefoulten Julia Schermuly in der vorderen Reihe. Im Sturm flog und kämpfe mal wieder von Beginn an, die oft mit zwei oder drei Spielerinnen zugestellte Toni Hornberg.


Duell auf Augenhöhe


Das Spiel gegen den Punktgleichen und nur um ein Tor getrennten Tabellennachbarn aus Hessen, wurde vonseiten der Frankfurterinnen sehr körperbetont, jedoch in aller Regel fair gespielt. Vor rund 120 Zuschauern, die alle die 2G-Regeln erfüllen mussten, hatten die Gastgeber bereits nach wenigen Minuten, nach einer Ecke im Gestochere vor dem Tor von Nina Meck durch Toni Hornberg die erste Chance. Sowieso waren die ersten zehn bis zwölf Minuten in der Kontrolle der Gastgeber mit Ecken und auch einem Freistoß, nach einem mit Gelb gegen Dilara Acikgöz sanktionierten Foul. Im erweiterten Mittelteil der ersten Halbzeit kippte das Spiel dann doch deutlich in Richtung von Frankfurt. Mehrere Angriffe und Ecken sorgten für viel Arbeit für Laura van der Laan und Ihre Verteidigung. Nach einer Ecke in der 22. Minute war es dann soweit. Die erst 16-jährige Loreen Bender konnte sich einen entscheidenden Freiraum in der sonst starken Abwehr des Heimteams erarbeiten und den Ball folglich aus kurzer Distanz, freistehend am Elfmeterpunkt unter die Latte knallen.

Anschließend waren es aber die Bäckermädchen, die sich vom Rückstand nicht verunsichern ließen und wie angesprochen in folge ein paar großer Chancen, die für einen Sieg wichtig gewesen wären, ausgelassen haben. So kam Antonia Hornberg zweimal nur knapp zu spät, um Bälle von Alina Wagner in der 39. Minute und Maren Weingarz kurz vor dem Halbzeitpfiff am langen Pfosten über die Line schießen zu können. Trotz aller guten Angriffe. Der entscheidende Abschluss, auf im eng zugestellten Strafraum der Ladys vom Main, wollte auch zu Beginn der zweiten Halbzeit einfach nicht gelingen. Antonia Hornberg traf kurz nach dem Seitenwechsel nur die Latte, nachdem ein Fuß des Gegners noch dazwischen war. Ein Kopfballtor von Kathrin Schermuly wurde fünf Minuten später von Schiedsrichterin Celina Böhm aus Lüneburg wegen Abseits wieder aberkannt. Konterversuche scheiterten oft an dichten Abwehrdickicht oder an unpräzisen Pässen unter den in Blau spielenden Andernacher.

Weil es aus dem Spiel nicht gelang, war es abermals ein Standard, der für den Erfolg sollte. Spielführerin Lisa Umbach zirkelte in der 73. Minute einen von links ausgeführten Freistoß so gekonnt in den fünf Meter raus, dass Frankfurts Schlussfrau Nina Meck der Ball nur durch die Handschuhe flutschen konnte, was Magdalena Schumacher eiskalt zum verdienten Ausgleich nutzte. Anschließend hatten beide Teams noch Chancen auf den Sieg. Andernach hätte sogar noch einen Elfmeter bekommen können, als Hornberg bei einer Chance in der 87. Minute zu Boden gebracht wurde. Frankfurt hätte in der 82. Minute die Chance auf den Treffer gehabt. Eine abermals fehlerfreie Laura van der Laan parierte gegen Emily Kraft souverän. Wobei der Angriff sowieso aus einer nicht anerkannten Abseitsposition erfolgte.

So blieb es beim letztlich für beide Seiten nicht ganz unglücklichen Unentschieden. Dem ersten Unentschieden übrigens in Andernach in einem Pflichtspiel, seit dem 19. November 2017! Damals spielte man in der ersten Zweitligasaison 2:2 gegen den VfL Sindelfingen. Die Bäckermädchen festigen sich mit nunmehr 17. Punkten auf Platz 5 der Tabelle, mit beruhigten Vorsprung auf den Keller und nur zwei Punkte Rückstand auf Platz 3.


Ausblick


Am kommenden Wochenende kommt es in Meppen, gegen den souveränen Tabellenführer zur letzten Auswärtsfahrt und zum vorletzten Spiel des Jahres. Ein Spiel, auf das man sich in Andernach, trotz der eher schwierigen Chancen auf Punkte, sehr freut. Anpfiff gegen das Team des Trainergespann Wulf-Rüdiger Müller und Theodores Dedes in der theoretisch 13.696 Zuschauerfassenden Hänsch-Arena ist am kommenden Sonntag zur traditionellen 14 Uhr Spielzeit. Das Spiel, wie übrigens auch die Partie gegen Frankfurt II für alle interessierten in der Rückschau, wird für alle interessierten, welche die Fahrt nach Niedersachsen nicht antreten wollen, auch im Live-Stream wieder auf Soccerwatch.tv übertragen.

Roland Schäfges -

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