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MSC Adenau feierte in der Corona-Krise einen gelungenen Saisonstart der Nürburgring Langstrecken-Serie

„Eine rundum gelungene Veranstaltung“

06.07.2020 - 11:17

Adenau. Mit der 51. Adenauer ADAC Rundstrecken-Trophy kehrte am vergangenen Samstag nach über achtmonatiger motorsportlicher Abstinenz wieder ein zusätzliches Stück Normalität an den Nürburgring zurück.

Eigentlich hätte der erste Lauf zur VLN bereits Ende März unter der neuen Bezeichnung „Nürburgring Langstrecken-Serie (NLS)“ ausgetragenen werden sollen. Doch die Corona-Krise stellte auch den Terminplan am Nürburgring, wie so vieles auf den Kopf.

In der Gewissheit, dass mit dem derzeitigen Rückgang der Infektionszahlen die Gefahr für eine neue Ansteckungswelle noch nicht gebannt ist, galt es auch für die Verantwortlichen der Serie sowie dem ausrichtenden MSC-Adenau in Zusammenarbeit mit dem Nürburgring ein tragbares Konzept zum Schutz aller Teilnehmer zu entwickeln. Zu diesem Zweck wurde mit dem Institut für Hygiene und öffentliche Gesundheit des Universitätsklinikums Bonn ein Konzept erarbeitet und der Kreisverwaltung Ahrweiler als genehmigungspflichtige Behörde vorgestellt. Nach einer eingehenden Prüfung durch die Kreisverwaltung gab diese am 9. Juni dann endlich grünes Licht für den Saisonauftakt.

Bedingt durch den Hygiene-Plan mussten sich die Teams und Fahrer auf einige Veränderungen einstellen. Neben den Verhaltens- und Registrierungsmaßnahmen für die Teammitglieder dürfte sicherlich die Verlegung der Boxenanlagen in den Outdoor-Bereich des Fahrerlagers die größte Umstellung für alle Beteiligten gewesen sein. Für den Stopp der Fahrzeuge und zur Gewährleistung der Abstandsregelungen unter den einzelnen Teams wurde diesen, ein mit Betonblöcken abgetrennter Bereich von ca. 20 x 6 m zugewiesen. Auch wenn von einigen das Verlegen der Boxen mit Skepsis betrachtet worden war, zeigte der Rennverlauf, dass die Organisatoren ganze Arbeit geleistet hatten. Und so konnte Michael Bonk, Sport- und Renndirektor der VLN, nach dem Rennen ein entsprechend positives Fazit ziehen: „Das Feedback unserer Teilnehmer war durchweg positiv und so muss man am Ende sagen, dass es eine rundum gelungene Veranstaltung gewesen ist. Aus Sicht der Rennleitung gab es keinerlei Probleme. Vor allem das Konzept mit der Boxengasse im Fahrerlager hat sehr gut funktioniert und war mit allen Rennfahrzeugen so umsetzbar.“

Ebenso wie bei den Fußballspielen schon seit einigen Wochen praktiziert, blieb auch beim Auftaktrennen zur Nürburgring Langstrecken-Serie den Fans der Zutritt zu den Zuschauerplätzen verwehrt. Im Gegensatz zum Fußball, wo man immer wieder Bilder von Ansammlungen uneinsichtiger Fans sehen konnte, überzeugten die Fans der Langstreckenmeisterschaft durch Vernunft und folgten den Bitten des Veranstalters zuhause zu bleiben. Entsprechend ruhig verlief auch der Tag für die zahlreich eingesetzten Ordnungskräfte, die im weiten Rund der Nordschleife ungebetene Zaungäste von den Zuschauerplätzen fernhalten sollten.

„Mein größter Dank geht heute an die Fans, die unserer Bitte nachgekommen sind, zuhause zu bleiben und das Rennen im Livestream zu verfolgen. Wir haben einen fantastischen Renntag hinter uns. Mit dem Wetter hatten wir zugegeben riesiges Glück. Der Rest war das Ergebnis der Kompromissbereitschaft unserer Teilnehmer und der unermüdlichen Arbeit des Organisationsteams. Wir haben von allen Seiten viel Zuspruch erfahren und blicken nun mit Freude auf die bevorstehenden weiteren Rennen“, resümierte Christian Stephani, Geschäftsführer VLN VV GmbH & Co. KG den Veranstaltungstag.

Sportlich waren es Patrick Assenheimer und Maro Engel, die mit ihrem Mercedes-AMG GT3 von Haupt Racing Team dem Rennen ihren Stempel aufdrückten. Mit einer Zeit von 7:59,191 Minuten sicherte sich das Duo nicht nur die Poleposition, sondern überquerte nach der Renndistanz als Führende die Ziellinie und hätte damit 244 Tage nach dem Saisonfinale fast ihre Siegesserie aus der Saison 2019 fortgesetzt. Ein Unterschreiten der Minimalzeit beim letzten Boxenstopp wurde den beiden jedoch im Nachhinein zum Verhängnis. Aufgrund der zusätzlichen Strafzeit von 37-Sekunden erbten Pittard und Jensen mit dem BMW M6 von Walkenhorst Motorsport den Sieg. Trotz der Strafzeit reichte es für Assenheimer und Engel noch zum zweiten Rang.

Um den letzten freien Platz auf dem Podium kämpften eingangs der letzten Runde die Rennboliden der Lokalmatadore von GetSpeed und Phoenix. Im Sekundenabstand bogen der Phoenix-Audi und der GetSpeed Mercedes-AMG GT3 auf die Nordschleife ab. Im Verlaufe dieser Runde wurde der Audi in einen Unfall verwickelt, sodass die Besatzung des GetSpeed Mercedes-AMG GT3 mit Fabian Schiller, Maximilian Buhk und Raffaele Marciello den ersten Podestrang der Saison für das Team aus Meuspath einfahren konnten.

Nach dem Missgeschick des Phoenix-Audi belegten Robin Frijns, René Rast und Nico Müller als beste Audi-Besatzung mit dem Fahrzeug von Car Collection Motorsport den vierten Rang. Philipp Eng und Nick Catsburg wurden im BMW M6 GT3 von ROWE Racing fünfte, vor Julien Andlauer, Matt Campbell und Lars Kern im Porsche 911 GT3 R von Manthey-Racing. Die Besatzung des havarierten Phoenix-Audi mit Michele Beretta und Kim Louis Schramm erreichten noch auf Rang sieben das Ziel. Das schnellste mit Profis und Amateuren besetzte Fahrzeug der GT3-Pro-Am- Klassenwertung war der Porsche 911 GT3 R von Frikadelli Racing mit Klaus Abbelen (Barweiler), Lance David Arnold (Duisburg) und Alex Müller (Schweiz) auf Rang 11. Das zweite mit Profifahrern besetzte Fahrzeug des Teams aus Barweiler war bereits kurz nach dem Start ausgeschieden. Eine weitere Podiumsplatzierung konnte Frikadelli Racing mit Rang 3 in der Porsche Caymen Trophy für sich verbuchen. Den Sieg in dieser Klasse sicherten sich Thorsten Jung (Niederzissen), Moritz Kranz (Nürburg) und Peter Treting (Mechernich) im Porsche des Teams von Mühlner Motorsport.

Einen Eintrag in die Geschichtsbücher dürften sich nach dieser prestigeträchtigen Veranstaltung, Marcel Manheller (Döttingen), Carsten Knechtges (Mayen) und Janis Waldow gesichert haben. Die BMW 330i Piloten von Manheller Racing übernahmen nach ihrem Sieg in der Klasse VT2 als Erste eine Tabellenführung in einer deutschen Motorsportserie, nach dem Corona-Lockdown. Die beiden weiteren vom Team eingesetzten Fahrzeuge platzierten sich im Mittelfeld ihrer jeweiligen Klassen.

Drei Fahrzeuge brachte das Adenauer Team von Teichmann Racing bei der Veranstaltung ihres Heimatklubs an den Start. Das Cockpit des siegreichen KTM X-BOW GT4 mit der Startnummer 927 teilten sich bei dem Rennen über 4 Stunden Michael Mönch (Adenau) Stephan Brodmerkel (Waldesch) und Hendrik Still (Kempenich). Am Lenkrad des zweitplatzierten KTM wechselten sich Maik Rönnefarth (Bad Neuenahr) sowie die Zwei unter dem Pseudonym startenden Piloten „MAX“ und „JENS“ ab. Das dritte Fahrzeug erreichte nach einem Unfall leider nicht das Ziel. Im Vorfeld des Rennens äußerte sich Teamchef Michael Teichmann zu den zurückliegenden Wochen „Wir sind überglücklich, dass es endlich wieder losgeht. Die letzten Wochen und Monate waren hart, umso besser, dass wir dank unserer Fahrer und Partner trotz der widrigen Umstände drei KTM X-BOW GT4 an den Start bringen können.“ Manfred Wolf, bei KTM für PR und Kundenrennsport verantwortlich, ergänzt: „Die Zeichen standen vor dem Ausbruch der aktuellen Krise auf fünf, vielleicht sechs teilnehmenden Fahrzeugen am KTM X-BOW CUP powered by MICHELIN. Auf der einen Seite ist es schade, dass wir dieses Potenzial nun nicht ausschöpfen können, auf der anderen Seite sind wir sehr glücklich, dass allen Schwierigkeiten zum Trotz bereits beim Auftakt drei Fahrzeuge dabei waren.“

Viele Fans werden vergebens beim Livestream auf die Einblendung des Eifelblitz von Scheid Motorsport gewartet haben. Der BMW M240i Racing Cup M3 fehlte jedoch in der Starterliste.Ein weiteres Novum in der Geschichte der Langstrecke am Nürburgring ist das Wochenende 11. und 12. Juli 2020. Erstmals werden dann zwei Rennen über je vier Stunden ausgetragen. Lauf zwei und drei werden weiterhin mit der Boxengasse im Fahrerlager und weiteren Abstands- und Hygienemaßnahmen stattfinden.Peter Burggraf

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Kommentare

Sinziger Kirmes findet nicht statt

egal :
Es war doch klar das man es absagen wird alles nur heisse Luft der Veranstalter. Wahrscheinlich wurde er unter Druck gesetzt mit Verlust seiner Stellung.
Peter Rein:
Nicht nachvollziehbar, wo gibt es Entscheider mit Rückgrat. Wir müssen damit leben, das Corona da ist und nicht mehr verschwindet. Wie tausende Viren etc. Dann bleiben wir demnächst nur noch eingesperrt und verlieren noch Hunderte von Arbeitsplätzen. Wer das verantwortet der gehört bestraft.
Gabriele Friedrich:
Also hatten die Täter wieder einmal leichten Zutritt zu einem Firmengelände. Langsam müssten doch die Leute klüger werden.Warum haben sie keine Sicherheitsvorkehrungen? Man kann in Deutschland alles machen, ohne Konsequenzen. In der Nacht sind alle Katzen grau-also hat sicher auch keiner was gesehen.
juergen mueller:
Mein letzter Besuch auf der "MS Wissenschaft" war interessant, aufschlußreich u.ist jedem zu empfehlen.Das war`s dann aber auch schon,bedenkt man,welche Anforderungen,Mühe und Kosten es erfordert,etwas wieder zu reparieren,dass uns Dank der Politik u.Wirtschaft dorthin geführt hat,wo wir uns alle heute befinden. WIR präsentieren hier für alle Bürger*innen ein Stück ZUKUNFT. Mit WIR meint sich die POLITIK mal wieder selbst u.WAS sie uns für die ZUKUNFT präsentiert,ist mehr als bescheiden u.beschämend. Da stellt sich jemand hin,verkörpert dieses ewig präsente,unglaubhafte politische ICH-Gefühl u.glaubt auch noch selbst an das,was er,betreffend unsere ZUKUNFT,sagt. Zu wünschen wäre,dass diejenigen,die von ZUKUNFT reden,diese auch am eigenen Leibe noch mitbekommen u.nicht nur die nächste Generation. Aber was interessiert die Politik schon ihr Geschwätz von gestern.
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