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Gereon Haumann, Präsident der DEHOGA Rheinland-Pfalz im BLICK aktuell-Interview

„Gastronomie tut einfach gut!“

Gastronomiebetriebe können seit dem 13. Mai wieder öffnen – Gäste leisten wichtigen Beitrag zur Unterstützung

19.05.2020 - 13:25

Region. Nach dem absoluten Stillstand des öffentlichen Lebens in der Höchstphase der Corona-Krise lockern sich Schritt für Schritt die Beschränkungen der Bundesregierung. Nun ist auch wieder der Besuch im Lieblingsrestaurant und auch der Stammkneipe wieder erlaubt. Dabei sind jedoch Regeln zu beachten, die nicht nur Gastronomen umsetzen müssen, sondern auch die Gäste. Dass dies jedoch einem Erlebnis voller Genuss und Gastfreundlichkeit nicht im Wege steht, erklärt Gereon Haumann. Haumann ist Präsident der DEHOGA Rheinland-Pfalz (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband e.V.) und stand im BLICK aktuell - Interview Rede und Antwort.

BLICK aktuell: Herr Haumann, die Gastronomie darf endlich wieder öffnen. Was gilt es derzeit im Gastrobetrieb zu beachten?

Gereon Haumann: Grundsätzlich sind gerade drei Dinge wichtig, die wir zum Beispiel in einem Restaurantbesuch sonst nicht kennen: Das ist zum einen das Tragen von Schutzmasken, das Einhalten des Abstandes untereinander sowie die Handdesinfektion beim Betreten des Gastronomiebetriebes.“

BLICK aktuell: Wie beurteilen Sie diese Lösung?

Gereon Haumann: Die DEHOGA hat es geschafft, mit der Landesregierung eine liberale Lösung für Rheinland-Pfalz auszuhandeln. Im Gegensatz zu unseren Nachbarn in Nordrhein-Westfalen und Hessen. Dort gibt es Obergrenzen bei der Zimmerbelegung in Hotels oder eine Höchstgrenze der zulässigen Personenzahl in einem Restaurant gemessen an der Quadratmeterzahl des Gästebereichs. Diese Regelungen müssen wir in Rheinland-Pfalz nicht umsetzen. Bei uns ist besonders der Abstand untereinander wichtig. Aber auch das sind Dinge, an die man sich natürlich erst gewöhnen muss. Das gilt auch für das Tragen der Gesichtsmasken. Natürlich sind wir in erster Linie erleichtert, dass überhaupt geöffnet werden darf.

BLICK aktuell: Warum sollten die Menschen gerade jetzt wieder ihr Lieblingsrestaurant besuchen?

Gereon Haumann: Weil Gastronomie einfach gut tut. Ein Restaurant oder eine Schankwirtschaft zu besuchen, ist immer eine Erfahrung wert. Und außerdem ein wichtiges soziales Erlebnis, das man mit seiner Familie und seinen Freunden teilen kann. Man kommt unter Leute und verbringt Zeit miteinander. Das ist gerade jetzt, wo das soziale und alltägliche Miteinander längere Zeit beschränkt war, enorm wichtig. Nun hat der Gast endlich wieder andere Möglichkeiten: Schließlich dürfen auch wieder zwei Personengruppen aus zwei verschiedenen Haushalten Zeit miteinander verbringen. Das wird somit zu einem wichtigen soziales Erlebnis und tut auch den Gastronomen gut: Jetzt wieder Essen und Trinken zu gehen oder sonstige gastronomische Angebote zu nutzen, ist die beste Förderung, die sich die Branche wünschen kann. Gerade jetzt ist diese Unterstützung durch den Gast enorm wichtig und hilft auf vielerlei Hinsicht. Kommen die Gäste wieder, kann dies helfen, Schließungen abzuwenden. Denn: Ein Drittel der rheinland-pfälzischen Gastrobetriebe ist akut von der Insolvenz bedroht. Und nur mit Fördergeldern und Krediten ist diese Gefahr nicht abzuwenden.

BLICK aktuell: Apropos Fördergelder: Wie beurteilen Sie die Hilfsmaßnahmen der Landesregierung?

Gereon Haumann: Wir können schon zufrieden sein. Sicher gab es im Vergleich zu unseren Nachbarn in Nordrhein-Westfalen Startschwierigkeiten bei der Bearbeitung der Anträge der Fördergelder. Aber man muss sich vor Augen halten, dass bei den zuständigen Mitarbeiter in den Behörden in vier Tagen 62.000 Anträge auf Unterstützung eingingen. Natürlich muss das alles erst einmal abgewickelt werden. Und dort arbeiten auch nur Menschen. Jedem muss bewusst sein: Wir stehen vor einer nie dagewesenen Situation. Während in normalen Jahren beispielsweise rund 400 Anträge auf Kurzarbeit eingehen, waren es durch die Corona-Krise circa 40.000. Diese Zahlen betreffen natürlich die Gesamtzahl aus den Anträgen nicht nur aus der Gastronomie, sondern aus allen Branchen. Nachdem die ersten Hürden deutlich überwunden wurden, geht es deutlich schneller: Mittlerweile werden Anträge auf Fördergelder schneller bearbeitet, dies geschieht im Normalfall innerhalb von sieben Tagen. Für die Gastrobranche im Speziellen würden wir uns einen „Gastro-Rettungsfond“ wünschen. Trotzdem überwiegt das Positive, gerade bei der Vereinfachung der Beantragung des Kurzarbeitergeldes. Das hilft uns wirklich, und die Bundesregierung hat hier eine Top-Leistung vollbracht.

BLICK aktuell: Seit dem 13. Mai dürfen die Gastronomen in Rheinland-Pfalz wieder ihre Gästebereiche öffnen. Wie ist die Bilanz bisher?

Gereon Haumann: Wir haben schon den Eindruck, dass die Gäste noch etwas unsicher sind. Aber Angst oder Vorbehalte sind völlig unbegründet. Durch die umsetzten Maßnahmen, an die sich alle in einem Gastrobetrieb halten müssen, besteht keine größere Infektionsgefahr als anderswo. Wir sichern uns und die Gäste in jeglicher Hinsicht ab. So ist beispielsweise die Erhebung der Daten, die beim Betreten eines Restaurants zum Beispiel derzeit obligatorisch ist, absolut konform mit der Datenschutzgrundverordnung. Der Gast ist sicher – und wir sind es ebenfalls.

-rob-

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20.05.2020 00:46 Uhr
juergen mueller

Ich finde,dass Herr Haumann sich das zu einfach macht.Gastronomie tut einfach gut.Ja,denjenigen,die als Gäste nicht erwarten konnten,dass ihre Stammkneipe wieder öffnet.Wenn ich mir die Gaststätte "Brückerbach" in Rübenach so anschaue,frage ich mich,wie lange diese überhaupt noch existiert.Mundschutz, Abstandsregelung - Gäste nur am Tisch NICHT an der Theke - Desinfektion u. um 22.00 Uhr ist Feierabend.Wessen Existenz von einem TAGESUMSATZ von ca. 200 Euro abhängt,jedoch nur aufgrund der Beschränkungen 70-80 Euro einnimmt,für den ist es eine Frage der Zeit (trotz Fördergeld),wann endgültig Schicht im Schacht,eine Existenz vernichtet ist.Derjenige hat gut lachen,der davon nicht betroffen ist.Millionen werden in Lobbyfirmen gepumpt,während kleine Gastronomiebetriebe pleite gehen,von dem desaströsen Hängenlassen der Pflegeeinrichtungen/Pflegekräfte,zu Lasten älterer Menschen ganz abgesehen.Bundespolitische Verantwortungspolitik ist derzeit nicht einfach,aber doch teils ungerecht verteilt.



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Kommentare
Jean Seligmann:
Das zwanghafte und angestrengte Bemühen, die AfD zu diskreditieren, produziert Widerspruch und Lächerlichkeit am laufenden Band.
Siegfried Kowallek:
Beim Komplex AfD, Spenden und Geheimnistuerei denke ich eher an die verdeckten Zahlungen von rund 132.000 Euro an die AfD-Politikerin Alice Weidel, bei denen die Bundestagsverwaltung wegen möglicher Verstöße gegen das Parteiengesetz Sanktionen gegen diese Partei prüft. Es stehen Strafzahlungen in dreifacher Höhe der Spenden aus der Schweiz im Raum, also rund 396.000 Euro. Jetzt will aber die AfD-Fraktion im Neuwieder Stadtrat einen Teil ihrer Aufwandsentschädigungen für einen guten Zweck spenden, was auf jeden Fall sympathisch ist im Gegensatz zu einer verdeckten Entgegennahme großer Spenden von jemandem, der etwas zu verbergen hat. Der angekündigte Verzicht auf eine medienöffentliche Bekanntgabe von Empfängern dieser Spenden befremdet mich jedoch aus zwei Gründen. Zum einen wirkt das heimliche Spenden an gemeinnützige Vereine oder Organisationen dadurch vergleichbar anrüchig wie etwa ein heimlicher Bordellbesuch, den man auch nur dann selbst öffentlich macht, wenn man erfolgreicher Kommunalpolitiker in Ochtendung ist. Zum anderen überzeugt die Begründung nicht, in der Vergangenheit sei vielerorts Druck auf Organisationen ausgeübt worden, die von der AfD eine Spende angenommen hätten. Wäre das der Fall gewesen, hätte diese Partei das doch auf jeden Fall laut und heftig angeprangert. Dieses Liebäugeln mit einem Opfermodus erinnert an den bisherigen geheimnistuerischen Umgang der AfD mit ihren Freitagsveranstaltungen im Kreis, deren Veranstaltungsort man nur auf Nachfrage mitgeteilt bekam. Dabei weiß nicht nur ich, in welcher Neuwieder Gaststätte diese Veranstaltungen stattfanden. Zudem stand deren Name sogar in einem ausgewogenen Artikel über eine AfD-Freitagsveranstaltung. Und als ich die letzte Veranstaltung dieser Partei vor den Corona-Einschränkungen in Oberbieber zum Thema „Wald und Wild“ besuchte, sah ich dort keinen einzigen Gegendemonstranten, obwohl die Partei den Veranstaltungsort zuvor sogar hinreichend öffentlich bekanntgegeben hatte. Siegfried Kowallek, Neuwied
S. Schmidt:
Das ganze Geschäftsmodell um einen „unnatürlichen“ Klimawandel beruht auf Modellberechnungen und den Verlautbarungen des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change). Nun hat die „University of Michigan“ in einer Pressemeldung vom 30.04.2020 die Katze aus dem Sack gelassen: Etliche der IPCC-Klimamodelle prognostizieren eine unrealistisch hohe Erwärmung für die Zukunft! Wie die „Berechnungen“ für die zu erwartenden „Corona-Opfer“ (es wurden bis zu 560.000 Tote prognostiziert), vollkommen falsch!
Heinrich Heine:
Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.
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